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Begegnungen im Garten

Einleitung

Soziale Integration ist nur erfolgreich, wenn alle einen Schritt aufeinander zugehen. Darum bieten die HEKS-Regionalstellen sogenannte Mitmachaktionen an. Interessierte Personen haben die Möglichkeit, HEKS-Projekte zu besuchen und mit Teilnehmenden in Kontakt zu kommen. Ein Bericht aus den Neuen Gärten in Bern.

 

Bern Südwest an einem sonnigen Samstagmorgen im Juli. Rund zwanzig Personen besuchen an diesem Tag den HEKS-Familiengarten an der Mutachstrasse. Sie nehmen an einer HEKS-Aktion teil, die zum Ziel hat, HEKS-Projekte näher und Menschen zusammen zu bringen. Die GärtnerInnen, alles Flüchtlinge, die mit ihren Familien in der Schweiz leben, erklären den BesucherInnen so gut es geht auf Deutsch, was sie angepflanzt haben und was diese Saison gedeiht. Gemeinsam wird gejätet, gegossen und diskutiert, die Kinder pflücken Johannisbeeren und spielen zwischen den Beeten. «Neue Gärten» ist ein erfolgreiches Integrationsprojekt, das HEKS an verschiedenen Orten in der Schweiz anbietet, um die Integration von Flüchtlingen zu fördern. HEKS mietet Gartenparzellen in öffentlichen Familiengartenarealen und stellt diese den Flüchtlingsfamilien zur Verfügung.

 

Von Syrien nach Bern


Im Garten in Bern arbeitet auch Amina Khallo aus Syrien. Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern ist sie vor zwei Jahren aus Syrien in die Schweiz geflohen. Fünf Monate wohnte die Familie im Durchgangszentrum in Zollikofen (BE) und zügelte anschliessend in eine Wohnung in der Stadt Bern. Amina Khallo hat einen Aufenthaltsstatus N und arbeitet bereits die zweite Saison im Garten. Für den Besuchstag hat sie ihre Deutschlehrerin Regina Jenni eingeladen. Diese ist vom Projekt fasziniert: «Die Menschen lernen nicht nur Deutsch, sie erhalten auch wichtige Informationen zum Leben in der Schweiz, sie können Kontakte knüpfen, sind draussen im Grünen, lernen den biologischen Anbau und sie können mit der Gartenernte ihr Haushaltsbudget entlasten», so Regina Jenni.

 

Heimat geht durch den Magen

Nach gemeinsamer Gartenarbeit wurden zum Mittagessen die verschiedensten selbst gemachten Speisen aus Eritrea, Äthiopien, Sri Lanka und Syrien aufgetischt: Injera, Brotfladen aus Eritrea, Bulgur-Salat aus Syrien und zum äthiopischen Kaffee die Süssspeise Aggala aus Sri Lanka. An den Tischen entbrannten angeregte Gespräche über Zutaten und Zubereitungsarten. Es wurde einmal mehr verständlich, warum Menschen in der Fremde ihre Heimat vermissen: auch wegen der heimatlichen Küche. Es waren schöne Stunden im Garten, ein gelungener Anlass, an dem nicht nur Gemüse im Zentrum stand, sondern auch Geschichten und Erfahrungen. Ein Stück gelebte Integration.

 

Im September haben Sie die Möglichkeit, den HEKS-Gärten in Basel und Zürich einen Besuch abzustatten. >Weitere Informationen

Die Ankunft der Knochenmühle

Die Ferien sind vorbei, und nach zwei wunderschönen Wochen im nördlichen Äthiopien bin ich wieder zurück an der Arbeit. In dieser Zeit hat sich in unserem Projekt einiges getan. Die Knochenmühle, die Maschine um die verkohlten Knochen zu verkleinern, ist angekommen, installiert und nun einsatzbereit. Nachdem die grossen Knochenstücke im Crusher waren, sehen sie aus wie kleine Kieselsteine und sind nicht mehr als Knochen zu erkennen.

Zudem wurden einige Versuche gemacht und Daten gesammelt. Wir wissen nun, wie viel graue Tierknochenkohle, die sich für die Fluorfilter am besten eignet, wir bei einem Brenngang erhalten. Dadurch wird immer absehbarer wie teuer die Filter schlussendlich sein werden.

Nun fehlen nur noch die Waschbecken, dann kann endlich die Produktion der Filter auf Hochtouren anlaufen. Die Zeit drängt, da bereits erste Bestellungen für Knochenkohle eingetroffen sind. Auch ist ein weiterer Gemeindefilter geplant. Die Konstruktion sollte schon bald beginnen. Wenn der Filter zu Beginn der Regenzeit noch nicht fertiggestellt ist, werden die Arbeiten und der Transport stark erschwert oder sogar verunmöglicht.

Eine grosse Familie

Vor zwei Tagen habe ich einen Vortrag gehalten in einem Workshop zum Thema «Jovenes Cultura y Paz», (Jugendliche, Kultur und Frieden) am Beispiel Kolumbiens. Der grosse Event in Kingston geht jedoch langsam seinem Ende zu. Die Teilnehmenden haben vor allem über die folgenden vier Themen diskutiert: Friede in der Gemeinschaft, Friede mit der Erde, Friede bzw. Gerechtigkeit auf dem weltweiten Markt und Friede zwischen den Völkern. Ich erhielt viele Informationen, erlebte viele Gespräche und nun ist wohl die Zeit der Umsetzung und des Handelns gekommen, wie ein Pastor sagte: «Llego la hora de la espiritualidad radical, y de plantar semillas reales de paz» (Die Stunde der radikalen Spiritualität ist gekommen um wirkliche Samen des Friedens zu pflanzen). Wir, die wir schüchtern angekommen sind, wir erkennen uns jetzt als grosse Familie, die alle einander gegenseitig helfen.

 

Liebe Grüsse, Mireya

 

Impressionen aus Kingston

Die Welt ist in Jamaica angekommen: Man sieht die unterschiedlichsten Kleidungen, Farben, Religionen, viele Sprachen – der Turm zu Babel…  Und alle haben wir etwas gemeinsam: wir wollen Frieden! Die Eröffnungszeremonie war bewegend, mit Liedern aus Afrika, Zeugnissen aus Lateinamerika, und Rufen nach einem gerechten Frieden. Doch jetzt beginnt die Arbeit.

Die Arbeitstage an diesem grossen Event haben jeweils drei Teile: Gebet und biblische Reflexionen, Expertenvorträge zu einem Tagesthema und am Nachmittag die Workshops (jeweils bis zu vierzig Themen stehen zu Auswahl). Auch wenn wir Teilnehmende aus der ganzen Welt sind, gibt es gemeinsame und konstante Themen:

Es ist zum Beispiel die Landfrage, sei es aufgrund von klimatischen Veränderungen oder aufgrund von Megaprojekten ausländischer Investoren. In allen Regionen besteht zudem die Dringlichkeit, mit und für die jungen Menschen zu arbeiten. Ein wichtiges Thema sind natürlich auch die  Menschenrechte: sei es der Einsatz für die afrikanisch-stämmige Bevölkerung, für die Dalits aus Indien, für indigene Völker aus der ganzen Welt, weiter das Thema Rassismus, die Stellung der Frau etc.
Dann gibt es überall auch das Problem, dass indigene Gemeinschaften, die gelernt haben, in Harmonie mit der Natur und deren Reichtum zu leben, durch die Habgier des Kapitalismus bedroht werden, der die Natur um jeden Preis ausbeutet.

Wir bleiben in Kontakt…..

Internationale ökumenische Friedenskonvokation in Kingston

Für HEKS in Kingston mit dabei ist Mireya Ramírez Márquez, die HEKS-Länderkoordinatorin in Kolumbien. Sie wird sich an der Internationalen ökumenischen Friedenskonvokation mit zahlreichen Menschen austauschen und dabei auch ihre Erfahrungen, die sie selber in den HEKS-Friedensprojekten  in Kolumbien macht, in einem Workshop präsentieren.

 

Auftrag und Ankunft in Kingston

Als ich die Einladung erhielt an der Friedenskonvokation in Kingston teilzunehmen und das HEKS zu vertreten, da habe ich mich zuerst gefragt, über welchen Frieden ich denn sprechen sollte, wo ich doch mein ganzes Leben in Mitten von Gewalt zugebracht habe. Aber in unserer Arbeit helfen wir anderen, den Frieden zu finden. Denn Junge, Frauen, Bauern, alle machen in Kolumbien ihren ganz eigenen Weg und suchen diesen Frieden, der immer brüchiger wird.

Obwohl Jamaica nicht weit von Kolumbien liegt –  wenigstens auf der Karte –  bin ich fast einen ganzen Tag gereist. Die Karibik hat uns empfangen mit all ihren Farben, Gerüchen und Aromen. Mich hat es an die kolumbianische Region Chocò erinnert, nur dass hier alle Englisch sprechen. Nein, es gibt noch einen anderen Unterschied: Den Kolonialismus lebt man hier anders und dieses Volk hier ist stolz auf seine Geschichte. Und es hat grosse Repräsentanten hervorgebracht wie Marcus Garvey und Bob Marley. Persönlichkeiten, die den Friedensprozess stark beeinflusst und sich für die Rechte des afro-amerikanischen Volkes eingesetzt haben.

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