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Zur Zeit wird gefiltert nach: äthiopien

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Die Ankunft der Knochenmühle

Die Ferien sind vorbei, und nach zwei wunderschönen Wochen im nördlichen Äthiopien bin ich wieder zurück an der Arbeit. In dieser Zeit hat sich in unserem Projekt einiges getan. Die Knochenmühle, die Maschine um die verkohlten Knochen zu verkleinern, ist angekommen, installiert und nun einsatzbereit. Nachdem die grossen Knochenstücke im Crusher waren, sehen sie aus wie kleine Kieselsteine und sind nicht mehr als Knochen zu erkennen.

Zudem wurden einige Versuche gemacht und Daten gesammelt. Wir wissen nun, wie viel graue Tierknochenkohle, die sich für die Fluorfilter am besten eignet, wir bei einem Brenngang erhalten. Dadurch wird immer absehbarer wie teuer die Filter schlussendlich sein werden.

Nun fehlen nur noch die Waschbecken, dann kann endlich die Produktion der Filter auf Hochtouren anlaufen. Die Zeit drängt, da bereits erste Bestellungen für Knochenkohle eingetroffen sind. Auch ist ein weiterer Gemeindefilter geplant. Die Konstruktion sollte schon bald beginnen. Wenn der Filter zu Beginn der Regenzeit noch nicht fertiggestellt ist, werden die Arbeiten und der Transport stark erschwert oder sogar verunmöglicht.

Ostern in Äthiopien

In Äthiopien fallen mir immer wieder kleinere und grössere Unterschiede zur Schweiz auf, die mich faszinieren. So ist zum Beispiel die äthiopische Zahnbürste einfach ein kleines Stück Holz, das von einer speziellen Baumart gefertigt ist. Auch die Osterbräuche unterscheiden sich stark von denen bei uns. Osterhasen und Schoggieili sucht man hier vergebens. Dafür findet man ganz andere Sachen: Bereits auf dem Weg von Modjo nach Addis werden am Strassenrand allerlei Tiere angeboten – Hühner, Geissen, Schafe oder sogar Kühe. Da die Äthiopier 55 Tage vor Ostern mit dem Fasten beginnen, feiern sie Ostern mit einem riesigen Festmahl. Während der Fastenzeit dürfen sie kein Fleisch und keine Tierprodukte wie Milch und Eier essen. Die Fastenzeit endet dann am Samstagabend mit dem Schlachten der Tiere.

 

Am Freitag davor sind in der ganzen Stadt Menschen mit Geissen oder Schafen an der Leine oder Hühnern unter dem Arm zu sehen. Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte dann am Samstagabend lieber nicht aus dem Haus gehen, denn der Anblick eines geschlachteten Ochsen im Hinterhof ist nicht besonders schön. Auch werden an jeder Strassenecke Tierfelle angeboten. Und vielleicht ist das auch der Grund, warum man in Addis fast überall Lederjacken kaufen kann.

 

Wie in der Schweiz ist Ostern aber auch hier vor allem ein Fest des Zusammenkommens. Die Menschen reisen von weit her an, um ihre Familien und Freunde zu sehen. Manche nutzen die Festtage auch, um ihren Mitmenschen etwas zurück zugeben: Unter anderem wurde von Äthiopiern eine Essensausgabe für die vielen Obdachlosen in Addis organisiert, damit auch diese am Osterfest teilhaben können.

Meine ersten Eindrücke in Afrika. Die Tücken der Knochenkohlenproduktion

Nachdem ich mich in meinem letzten Blogbeitrag kurz vorgestellt habe, melde ich mich nun das erste Mal aus Äthiopien.

Vorher war ich noch in Kenia. Dort hat mich vor allem auch die Produktion der Tierknochenkohle für die Fluoridfilter beeindruckt. Dabei werden Tierknochen in einer grossen Lagerhalle gesammelt, die Schädelformen sind zum Teil noch sichtbar und nach einigen Verarbeitungsschritten sehen sie aus wie Kieselsteine. Zuerst werden die Knochen für 10 Tage in einem speziellen Ofen gebrannt, später zerkleinert, aussortiert und gewaschen. Danach ist die Tierknochenkohle fertig.

Klingt alles sehr simpel, doch in Kenia, wo ich diese Produktionsstätte besuchen konnte, funktioniert vieles anders und im Alltag hat man mit Herausforderungen zu kämpfen, die in der Schweiz unvorstellbar sind. Auch bei scheinbar einfachen Dingen wie die beschriebene Produktion der Tierknochenkohle. So braucht es genügend Wasser um den Ofen zu kühlen, damit er nicht überhitzt und die Knochen nicht zu fest verbrennen. Das mit dem Wasser ist ein grosses Problem. Die kenianische Organisation CDN pumpt das Grundwasser mit einer elektrischen Pumpe hoch. Falls kein Storm vorhanden ist, ist somit auch kein Wasser verfügbar. Während der Trockenzeit fällt jedoch der Strom immer wieder aus, da er aus einem Wasserkraftwerk stammt. Ohne Wasser gibt es keinen Strom, gibt es kein Wasser.

Auch das sonnige Wetter, das für mich sehr angenehm war, ist für die lokale Bevölkerung eher eine Plage. Mit solchen extremen klimatischen Bedingungen hat auch die HEKS-Partnerorganisation Oromo Self-Help Organisation (OSHO) in Äthiopien zu kämpfen. Die Landschaft im Rift Valley ist zwar atemberaubend schön, gleicht aber an gewissen Stellen eher einer Wüste mit viel Bergen. Alles ist trocken und staubig. Die einzigen grünen Pflanzen sind Kakteen und doch führen die Menschen dort unter schwierigsten Bedingungen ihre kleine Bauernhöfe mit ein paar Nutztieren. Esel werden hier noch fleissig als Transportmittel verwendet.

Es scheint manchmal als wären wir hier in einer vergangen Zeit gelandet. Doch schnell bemerkt man, dass man sehr wohl im 21. Jahrhundert ist: auch viele arme Menschen besitzen ein Handy mit dem wir fleissig fotografiert werden.

Im Einsatz für unschädliches Trinkwasser

Mein Name ist Ava Carina Flückiger. Diesen Donnerstag beginnt meine Reise, eine Reise in eine fremde und neue Kultur. Für fünf Monate werde ich in Äthiopien leben, für HEKS arbeiten und in diesem Blog regelmässig darüber berichten.

 

Meine Aufgabe wird es sein für die HEKS-Partnerorganisation Oromo Self-Help Organisation (OSHO) eine Strategieplanung, eine Kostenanalyse und infolge dessen einen Businessplan zu erarbeiten. Diese Organisation ist in vielen Bereichen tätig, unter anderem im Bereich der Fluoridentfernung aus dem Trinkwasser durch die Verwendung von Filtern. Dieses Projekt werde ich analysieren.

 

Interessant ist, dass die meisten Menschen in der Schweiz vermutlich nicht wissen, dass Fluoride gefährlich sein können. Schliesslich lehrt uns die «Zahnputzfee» von klein auf, die Zähne mit einer Zahnpaste mit reichlich Fluoriden zu reinigen. Auch kaufen doch viele SchweizerInnen Salz mit einem Zusatz an Fluoriden.

 

Wie viele Male sind wir auf unseren Reisen schon jemandem begegnet mit dunkel verfärbten Zähnen und haben uns gedacht, diese arme Person kann sich nicht einmal eine richtige Zahnbürste leisten oder deren Essen muss viel Süsses enthalten oder oder oder...

Wohl kaum jemand denkt dabei an ein Problem mit dem Trinkwasser. Doch genau dies ist in vielen Fällen die Ursache. In Kenia, Äthiopien und vielen anderen Regionen der Welt. Leider wissen die meisten nicht, wie auch ich vorher nicht, dass eine erhöhte Konzentration von Fluoriden im Trinkwasser zu Verfärbungen der Zähne und noch viel schlimmer zu Skelettfluorose führen kann. Es kann sogar zu Lähmungen kommen.

Meine erste Arbeitsstation wird Kenya sein wo die Organisation CDN bereits Fluorilter im Einsatz hat. Dort werde ich zum Ersten Mal einen solchen Filter in Aktion sehen. Bis dahin heisst es vorbereiten für Kenya und Äthiopien.

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