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Internationale ökumenische Friedenskonvokation in Kingston

Für HEKS in Kingston mit dabei ist Mireya Ramírez Márquez, die HEKS-Länderkoordinatorin in Kolumbien. Sie wird sich an der Internationalen ökumenischen Friedenskonvokation mit zahlreichen Menschen austauschen und dabei auch ihre Erfahrungen, die sie selber in den HEKS-Friedensprojekten  in Kolumbien macht, in einem Workshop präsentieren.

 

Auftrag und Ankunft in Kingston

Als ich die Einladung erhielt an der Friedenskonvokation in Kingston teilzunehmen und das HEKS zu vertreten, da habe ich mich zuerst gefragt, über welchen Frieden ich denn sprechen sollte, wo ich doch mein ganzes Leben in Mitten von Gewalt zugebracht habe. Aber in unserer Arbeit helfen wir anderen, den Frieden zu finden. Denn Junge, Frauen, Bauern, alle machen in Kolumbien ihren ganz eigenen Weg und suchen diesen Frieden, der immer brüchiger wird.

Obwohl Jamaica nicht weit von Kolumbien liegt –  wenigstens auf der Karte –  bin ich fast einen ganzen Tag gereist. Die Karibik hat uns empfangen mit all ihren Farben, Gerüchen und Aromen. Mich hat es an die kolumbianische Region Chocò erinnert, nur dass hier alle Englisch sprechen. Nein, es gibt noch einen anderen Unterschied: Den Kolonialismus lebt man hier anders und dieses Volk hier ist stolz auf seine Geschichte. Und es hat grosse Repräsentanten hervorgebracht wie Marcus Garvey und Bob Marley. Persönlichkeiten, die den Friedensprozess stark beeinflusst und sich für die Rechte des afro-amerikanischen Volkes eingesetzt haben.

Bericht aus Kolumbien: Wiederaufbauhilfe nach dem Regen

In meinem ersten Blog aus Tibú habe ich von den schweren Überschwemmungen berichtet, die im Dezember in ganz Kolumbien zu grossen Schäden geführt haben. Von den Familien, die HEKS in der Region Tibú unterstützt, war etwa die Hälfte schwer betroffen.

 

Für die Bäuerinnen und Bauern, die HEKS-MitarbeiterInnen und ganz allgemein die Projektziele waren diese feuchten Ereignisse ein schwerer Rückschlag! Dort wo anfangs Dezember noch erntereife Maisstengel und Yuccapflanzen (in Afrika auch Maniok genannt) in den Himmel ragten und reich behangene Bananenpalmen standen, befindet sich heute eine Art Sandwüste mit umgeknickten Pflanzenresten. Frustrierend! Der Fluss hat tonnenweise Sand und stinkenden Schlamm und Abfall gebracht, was die Bewirtschaftung dieser Flächen nun sehr schwierig und mühselig macht. In der Folge verfaulten beispielsweise die erntereifen Yuccawurzeln in der Feuchte, ohne Sauerstoff unter dem tonnenschweren Sand! Zudem konnte das Gras auf den Feldern nicht mehr wachsen bzw. es begann sogar zu faulen, was zu einem Nahrungsausfall und zu starker Abmagerung der Viehherden führte.

 

Vor den Unwettern

Nach den Unwettern

 

Nun geht es darum wieder anzufangen, was viel Kraft und Zuversicht braucht! Es müssen erneut tausende Stunden harte Arbeit bei zum Teil brütender Hitze investiert werden, damit auf diesen Feldern wieder nutzbare Pflanzen wachsen. Dies geschieht im Wissen, dass die letzten tausend Stunden sich nicht bezahlt gemacht haben, denn die Wassermassen haben alles weggeschwemmt, gerade vor der Ernte – und dies kann wieder passieren, jederzeit!

HEKS wird nun diese betroffenen Familien begleiten und beraten. Dies beinhaltet, dass überlegt wird, wie und wo eine «sicherere» Produktion stattfinden kann. Die Bauern hier wurden im 2010 nicht nur einmal schwer getroffen, denn sie haben im Januar und Februar des gleichen Jahres eine schwere Dürre erlebt: Viele Pflanzen sind verdorrt und einige Stück Vieh sind verhungert, da kein Graswachstum mehr stattfand! HEKS hat nun 48'000 Franken für Starthilfe und den Wiederaufbau gesprochen. Gleichzeitig werden auch die drei Hauptlinien der HEKS-Projekte in der Region Tibú/Catatumbo weitergeführt: 1) Ernährungssicherheit - Produktion von eigenen Nahrungsmittel in einem Hausgarten 2) Vivienda Saludable - Verbesserung der Wohnsituation 3) Gemeinschaftsorganisation - Gemeinsam schafft mensch mehr!

Ich werde noch bis Ende April vor Ort sein und die HEKS-Familien tatkräftig bei ihrem Wiederaufbau begleiten.

Bericht aus Kolumbien: Soforthilfe nach dem Regen

Zivildiensteinsatz in Kolumbien

Mein Name ist Isla Haemmerle, ich bin Bio-Landwirt und Psychologe und mache einen sechsmonatigen Zivildiensteinsatz für HEKS in Kolumbien. Ich befinde mich in Tibú, einem Städtchen mit ca. 40'000 EinwohnerInnen auf 75 M.ü.M. Dieses befindet sich im Departement Norte de Santander, nur ein paar Kilometer von der venezolanischen Grenze entfernt. Hier arbeite ich Hand in Hand mit der Dioszöse von Tibú und mit den zwei von HEKS angestellten einheimischen Mitarbeitern in Landwirtschafts- und Umweltbildungsprojekten. Der Fokus liegt auf Themen wie Ernährungssicherheit, Düngerproduktion, Gemeinschaftsorganisation und Widerstand gegen die verheerenden Ölpalmenplantagen (Weitere Informationen). Weitere Informationen zu den HEKS-Projekten in Kolumbien finden Sie in unserer Projektdatenbank.

Mein Einsatz hat im Oktober 2010 begonnen und wurde von Anfang an von eher schwierigen Ereignissen begleitet: Im November wurde eine Brücke der wichtigsten Verkehrsachse und ein Strommast der Hauptstromleitung zerstört. Der Anschlag könnte durch FARC-Rebellen ausgeführt worden sein, vielleicht waren es jedoch auch Leute aus dem Ort, die das Geschäft ankurbeln und den Ölpalmenproduzenten schaden wollten. Diese Ereignisse bescherten der Bevölkerung drei Tage ohne Strom und eine starke Verteuerung der Lebensmittelpreise, da fast alles von ausserhalb hergebracht wird. Und dies gerade in der Vorweihnachtszeit!


Der grosse Regen


Im Dezember gingen hier in der Region, wie auch in fast ganz Kolumbien, starke Regenfälle nieder. Der schwere und zum Teil stark verdichtete Boden konnte die aussergewöhnlich grossen Wassermassen nicht aufnehmen und leitete diese oberflächlich schnell ab, was zu schweren Überschwemmungen führte. Es wird gesagt, dass es seit Jahrzehnten nicht mehr so geregnet habe und dass Kolumbien noch nie so grossflächig überschwemmt wurde!



Die Region von Tibú wurde im Verhältnis nicht so schlimm getroffen wie andere in Kolumbien - so habe ich in der Stadt nicht mehr als ein paar heftige Regentage erlebt. Auf dem Land hingegen gab es beträchtliche Schäden, vielleicht nicht bezüglich der Gesamtsumme, aber für jede einzelne Familie ist es viel, ein Totalverlust! Von den circa 100 von HEKS unterstützten Familien sind ungefähr die Hälfte betroffen: Es standen ganze Landstriche tagelang unter Wasser! Die Bevölkerung des Dorfes La Rochela blieb über mehrere Wochen hinweg evakuiert, da ein Leben dort nicht mehr möglich war - und auch bei meinem letzten Besuch vor zwei Wochen waren dort noch viele Pfützen in der Landschaft vorhanden, denn das Wasser kann bei diesem schweren und verdichteten Boden nicht abfliessen! Zudem sind die Strassen hier schlecht konzipiert und darum sehr anfällig für Erosion und Schlammlawinen, was den Transport von Gütern erschwerte und somit die Preise steigen liess – und die Familien, die schon wenig haben müssen noch mehr bezahlen um zu (über-)leben!

HEKS hat Soforthilfe an die schwerst betroffenen Familien geleistet. Am 23. und 24. Dezember haben wir in einer «Weihnachtsaktion» für 2'000'000 Pesos (entspricht circa 1'000 CHF) Grundnahrungsmittel verteilt: Reis, Zucker, Öl, Bohnen, Mehl und Salz. Die Menschen selber sind sehr bescheiden und möchten möglichst mit eigener Kraft wieder «aufstehen»? Sie wünschen nur, dass die Raten und Zinsen ihrer Kredite (Fondo rotatorio) für die nächsten Monate, bis wieder eine Ernte eingebracht werden kann, aufgeschoben werden.

Nächste Woche werde ich in einem weiteren Blog über die längerfristige Wiederaufhilfe von HEKS berichten.

Auf Rang 1 steht der Sudan

A woman in the eastern Congo, displaced in October 2008 by fighting between rebels and government forces, who took refuge in a displaced persons camp set up on a lava flow in the village of Nzulu. ACT International has provided safe drinking water, latrines, and other support to families here, as well as to many residents of the host village. A quarter of a million people have been newly displaced by fighting in the eastern Congo, where some 5.4 million have died since 1998 from war-related violence, hunger and disease. Photo by Paul Jeffrey/ACT International.

Welches ist der korrupteste Staat? Wieviele HIV-infizierte Personen gibt es weltweit? Wie hoch ist die Lebenserwartung in Honduras? Für fast alles existieren Ranglisten oder Statistiken.

Vor kurzem bin ich auf folgende Liste gestossen:

  1. Sudan
  2. Kolumbien
  3. Irak
  4. Kongo
  5. Somalia
  6. Pakistan

 

Diese bezieht sich auf sogenannte IDP’s. I für Internally. D für Displaced. Und P für Persons. Diese sogenannten intern Vertriebenen werden auch Binnenvertriebene genannt. Jedes Kind lernt hierzulande in der Schule, dass es in einem Binnenland lebt. Weil keine direkte Verbindung zum Meer besteht. Doch die Länder aus der Liste haben durchaus direkten Zugang zu einem oder gar zwei Weltmeeren. Die Herkunft des Begriffs ist auf das mittel- und mittelniederdeutsche „binnen“ zurückzuführen. Dieses ist aus „bi innen“ = „innerhalb“ entstanden. Binnenvertriebene sind Flüchtlinge innerhalb ihrer eigenen Heimat. Gemäss UNHCR sind es über 27 Millionen in insgesamt 54 Ländern, wobei allein in Afrika 11.6 Mio in 21 Ländern betroffen sind. Flüchtlingszahlen werden mit rund 15.2 Mio beziffert.

 

Sind Binnenvertriebene nicht auch Flüchtlinge?
Im täglichen Gebrauch wird zwischen den Begriffen oft nicht unterschieden. Binnenvertrieben sind zwar auch geflohen, aber nach dem Völkerrecht werden Zivilisten erst als Flüchtlinge anerkannt, wenn sie eine internationale Grenze überschreiten, um in einem anderen Land Zuflucht zu suchen. Sie fallen unter den Schutz von völkerrechtlichen Bestimmungen und Übereinkommen.

 

Binnenvertriebene hingegen bleiben aus unterschiedlichen Gründen innerhalb der Grenzen ihres Landes. Sie sind oft in einer weitaus schwierigeren Situation. Sie können in einen laufenden innerstaatlichen Konflikt hineingezogen werden. Ihr Schicksal bleibt in den Händen der heimischen Regierung, die sie aber möglicherweise als Staatsfeinde einstuft. Die rechtlichen Instrumente für Binnenvertriebene sind geringer. Einen wichtigen Rahmen zum Schutz der Vertriebenen bilden jedoch die United Nations Guiding Principles on Internal Displacement (UNGPID).

 

Die Verbesserung der Lebensgrundlagen von intern vertriebenen Familien gehört zu einem erklärten Ziel von HEKS. In Kolumbien etwa gehört der Aufbau und die Stärkung von Selbsthilfeorganisationen intern Vertriebener zum Landesprogramm. Im Sudan erleben die meisten HEKS-Projekte einen grossen Zuwachs der Bevölkerung. Seit der Unterzeichnung eines Friedensabkommens im 2005 kehren viele Vertriebene in ihre Heimat zurück.

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