Update zur Humanitären Hilfe auf den Philippinen

Foto: HEKS/Karin Desmarowitz
Soforthilfe für die Opfer des Tropensturms Ketsana auf den Philippinen ist abgeschlossen
Die Philippinen wurden im September und Oktober 2009 von tropischen Stürmen heimgesucht, rund acht Millionen Menschen waren davon betroffen. HEKS hat noch im Oktober 2009 mit der Soforthilfe begonnen: diese ist Ende Juli 2010 abgeschlossen worden, während die Wiederaufbau-Arbeiten noch bis Ende 2010 weitergehen. Für die erste Phase konnte HEKS 220‘000 Franken aufwenden; daran hat sich die Glückskette mit 188'000 Franken beteiligt.
Hilfe geleistet wurde in den Gemeinden Taytay, Bagbag und Banaba, alle in der Nähe der Millionenagglomeration Metro-Manila. In einem ersten Schritt erhielten 7349 Menschen, davon 4928 Kinder, Nahrungsmittel wie Reis, Trockenfisch, Zucker, Salz und Trinkwasser sowie Gebrauchsgegenstände wie Zahnbürsten, Seifen oder Slipper. Die Zusammensetzung dieser Pakete wurde zusammen mit den betroffenen Menschen bestimmt. Besonders geschätzt wurden die Leintücher, denn die Menschen hatten alles verloren und mussten auf dem nackten, schmutzigen Boden schlafen.
In einem zweiten Schritt wurden 576 Frauen und Männer darin unterstützt, die verstopften Abwasserkanäle in ihrer Gemeinde zu säubern und die von den Stürmen zerstörten Flussufer wieder zu festigen. Für diese Aufräumarbeiten erhielten sie umgerechnet acht Franken pro Tag. Diese Arbeiten sollen dazu beitragen, das Überschwemmungsrisiko beim nächsten Tropensturm zu minimieren. Das Regenwasser kann durch die vertieften und gereinigten Abwasserkanäle besser abfliessen und staut sich nicht zu Überschwemmungen auf.
Wiederaufbau läuft bis Ende 2010
War zu Beginn die reine Überlebenshilfe wichtig, wurde in einer nächsten Etappe geprüft, welche Massnahmen den Familien am schnellsten zu einem Verdienst verhelfen könnten, um wieder auf eigenen Beinen zu stehen. 1200 Familien mit rund 6000 Mitgliedern wurden darin unterstützt, ein kleines Geschäft aufzuziehen. Die Familien erhielten eine Ausbildung und rund 100 Franken Startkapital. Nun sind sie tätig im Fleisch- oder Reishandel, stellen allerlei Behältnisse aus Tetra-Pak-Kartons her oder produzieren Kompost und Gemüse, das sie auf den lokalen Märkten absetzen.
Die Rückzahlungen der Startkapital-Kredite hat begonnen. Bis Ende Juli 2010 waren bereits 6250 Franken zurückbezahlt worden. Das Geld wird durch eine unabhängige Nicht-Regierungsorganisation verwaltet. Diese Rückzahlungen zeigen, dass die Familien mit ihren kleinen Geschäften tatsächlich Geld verdienen. In Zukunft ist das Geld nun als Notgroschen vorhanden, um sich oder andern Menschen bei der nächsten Katastrophe helfen zu können. Die Philippinen werden jedes Jahr von 20 bis 30 Taifunen heimgesucht, womit die nächste Notsituation nur eine Frage der Zeit ist.
September 2010
Update zur Humanitären Hilfe in Indonesien

Foto: HEKS/Annette Boutellier
Im September 2009 kam es auf West Sumatra zu einem schweren Erdbeben. In den Distrikten Padang und Padang Pariaman wurden zahlreiche Häuser und Teile der Infrastruktur zerstört. Dank seiner lokalen Partnerorganisation Lembaga Pengkajian dan Pemberdayaan Masyarakat (LP2M) konnte HEKS effizient Soforthilfe leisten: Etwa 5000 Menschen erhielten nach der Katastrophe Nothilfepakete mit Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln, Medikamenten und Schulmaterialien.
Jetzt setzt HEKS mit LP2M in Padang die nächste Phase der Humanitären Hilfe um: Das auf zwei Jahre projektierte Programm umfasst folgende Komponenten:
- Die ärmsten Frauen unter den Bewohnerinnen erhalten ein Startkapital, das ihnen den Aufbau eines Heimunternehmens ihrer Möglichkeit und Wahl entsprechend erlaubt. Sie können sich in Bereichen wie etwa Tierzucht, Handel oder Buchhaltung weiterbilden und lernen, wie sie zu Kleinunternehmerinnen werden.
- Des Weiteren sind der Aufbau, die Startfinanzierung und Ausbildung von LeiterInnen von Kreditgenossenschaften geplant. Die LeiterInnen erhalten Unterstützung beim Management der Genossenschaften.
- Unter fachkundiger Anleitung bauen die Menschen sanitäre Einrichtungen wie Brunnen, Toiletten und solarbetriebene Wasserpumpen. Ergänzend dazu werden Kurse in Hygiene angeboten und Frauen dazu ausgebildet, das erlernte Wissen weiterzuvermitteln.
- In verschiedenen Workshops werden die Menschen über mögliche Risiken von Naturereignissen aufgeklärt. Dazu gehören die Vorbereitung und das Verhalten im Falle einer Katastrophe. Komitees werden gebildet, die für die Frühwarnung und die Evakuierung der Bevölkerung verantwortlich sind. Zudem erhalten DorfbewohnerInnen eine Schulung in erdbebensicherem Bauen.
Weitere Informationen zum Wiederaufbau auf West Sumatra
September 2010
Social Bookmarks