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Humanitäre Hilfe für Flutopfer in Kolumbien

Die heftigen und andauernden Regenfälle Ende 2010 haben in Kolumbien zu verheerenden Überschwemmungen und Erdrutschen geführt. Viele der Kleinbauernfamilien, mit denen HEKS zusammenarbeitet, haben ihre Lebensgrundlage verloren. Nachdem HEKS die betroffenen Familien bereits mit Nahrungsmitteln unterstützte, wurden die Familien in einem zweiten Schritt beim Wiederaufbau ihrer Häuser und bei der Aussaat begleitet.

Die Katastrophe war eine Folge des Wetterphänomens «La Niña», das alle paar Jahre auftritt und in einigen Bereichen des Subkontinents zu Dürren, in anderen zu überdurchschnittlich hohen Niederschlägen führt. Doch so heftig hatte es in Kolumbien seit vierzig Jahren nicht mehr geregnet. In 28 von 32 Bundesstaaten wurde der nationale Notstand ausgerufen. Über zwei Millionen Menschen waren im ganzen Land von den Folgen der Unwetterkatastrophe betroffen, mehr als 300 Personen sind umgekommen und weitere 300 wurden verletzt. Wassermassen und Erdrutsche haben Strassen und Infrastruktur sowie über 300‘000 Häuser beschädigt oder zerstört.

Stark betroffen waren auch die Kleinbauernfamilien in den HEKS-Projektregionen. Von den 95 Familien, mit denen HEKS in den Regionen Tibu und Campo Dos im Bereich der ländlichen Entwicklung zusammenarbeitet, haben sechzig ihre Lebensgrundlagen verloren: Die Felder mit Reis, Mais, Bohnen und Sorghum sowie die Gärten wurden vollständig überschwemmt. Ein Grossteil der Häuser wurde zerstört, Strassen und Brücken sind in einem desolaten Zustand. In einer ersten Phase unterstützte HEKS im Dezember 2010 die Familien mit Nahrungsmitteln.
 
In einer zweiten Phase verteilte die lokale HEKS-Partnerorganisation Grundnahrungsmittel wie Reis, Pasta, Zucker, Öl, Mehl, Thunfisch, Sardinen und Salz an 200 Familien. Auch Kits für Küche und Haushalt wurden abgegeben.

Gleichzeitig wurden die sechzig am stärksten betroffenen Familien beim Wiederaufbau oder der Reparatur ihrer Häuser begleitet. Sie erhielten Baumaterialien wie Wellblech oder Zement, sowie Küchen- und Haushaltsutensilien. Die Reparaturarbeiten der Häuser wurden von einem Architekt begleitet und beaufsichtigt. Die Arbeit wurde von den Familien selbst ausgeführt.
Um den Verlust einer weiteren Ernte zu verhindern und Hunger zu vermeiden, wurden die Familien zudem mit Saatgut und landwirtschaftlichen Werkzeugen ausgestattet.


August 2011

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