Sozial- und Bildungsprogramm für palästinensische Flüchtlinge
Libanon (Teil des Regionalprogramms Mittlerer Osten)

In den zwölf palästinensischen Flüchtlingslagern im Libanon leben rund 400 000 Flüchtlinge. Sechzig Prozent leben in Armut, vierzig Prozent der Menschen sind arbeitslos. Die Lebensbedingungen sind äusserst schwierig: Es fehlt an Arbeitsstellen und Einkommen, die Wohnungen sind winzig und in bedenklichem Zustand. Die Kinder wachsen in einem gewalttätigen Umfeld auf, teilweise in entwurzelten Familien und mit resignierten und frustrierten Eltern.
Die politischen Spannungen und die bewaffneten Auseinandersetzungen in den Flüchtlingslagern gefährden die Zivilbevölkerung. Die Kriege von 2006 und 2007 haben die soziale und wirtschaftliche Situation weiter verschlechtert und das Gefühl der Unsicherheit bei den Menschen noch verstärkt. Weil die UNO-Unterorganisation für palästinensische Flüchtlinge (UNWRA) nur eine Grundversorgung sicherstellt, sorgen die lokalen Nichtregierungsorganisationen (NGO) für die zusätzliche, dringend nötige Unterstützung. Sie fordern zudem die Einhaltung der Menschenrechte in den Flüchtlingslagern.Ziele, Schwerpunkte, Aktivitäten:
Die HEKS-Partnerorganisationen unterstützen Flüchtlingsfamilien dabei, ihre Lebensbedingungen durch Aus- und Weiterbildung sowie durch berufliche Integration zu verbessern. Sie nehmen die Kinder aus benachteiligten Familien in ihren Kindergärten auf und fördern ihre soziale und persönliche Entwicklung. Viele Kinder laufen Gefahr, aus den Primarschulen der UNWRA ausgeschlossen zu werden oder sie wurden bereits ausgeschlossen. Sei es, weil sie nicht offiziell als Flüchtlinge anerkannt werden oder weil sie aufgrund ihrer Wissenslücken eine Klasse mehrmals wiederholen müssen. Diese Kinder haben die Möglichkeit, durch Stützkurse den Anschluss an die normale Schule wieder zu schaffen oder in einer alternativen Schulklasse Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen.
Berufsausbildungskurse helfen Jugendlichen, berufliche Perspektiven zu entwickeln und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Im Programm «Ausbildung und berufliche Integration» werden Kurse etwa in Schreinerei, Administration oder Fotografie angeboten. Ergänzt wird das Programm durch die Bereiche Berufsberatung, Lehrstellenvermittlung und Unterstützung für Mikroprojekte. Diese erhöhen die Chancen der Jugendlichen, eine bezahlte Stelle zu finden oder ihr eigenes Unternehmen starten zu können. Zusätzlich setzen sich die HEKS-Partnerorganisationen bei den Behörden und den Flüchtlingen selbst für die Einhaltung der Menschenrechte in den Flüchtlingslagern ein und fördern zivilgesellschaftliche Initiativen.
- Programmsumme 2010: CHF 120 000.-
Mit einer Spenden von 250 Franken bezahlen Sie einer Berufsausbildnerin oder einem Berufsausbildner während zweier Wochen den Lohn.
HEKS Kommunikation
Projektdienst
8042 Zürich
Tel.: +41 44 360 88 95
E-Mail: projektdienst@heks.ch
- Libanon
- Fakten zum Land:
Einwohnerzahl:
4 Mio.
Rang Human Development Index:
88
Bruttoinlandprodukt BIP pro Kopf (nicht kaufkraftbereinigt):
6135 USD
Bruttoinlandprodukt BIP pro Kopf (kaufkraftbereinigt):
5584 USD
Anteil Menschen mit weniger als 1 USD pro Tag:
-
Anteil Menschen mit weniger als 2 USD pro Tag:
-
Anzahl Unterernährte:
3%
Lebenserwartung bei Geburt:
71.5 Jahre
Kindersterblichkeit bis 5jährige (Tote pro 1000 Lebendgeburten):
30
Einschulungsrate (Primarschule):
92%
Alphabetisierung (% der über 15jährigen):
-
Bevölkerungsanteil mit Zugang zu guter Wasserversorgung:
100%
Quelle: UNDP Länderstatistik

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