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  • Wiederaufbau von Schulen in der Provinz Sindh

  • Pakistan

  • Nach den verheerenden Überschwemmungen vom Sommer 2010 herrscht in Pakistan noch immer der Ausnahmezustand: Die gewaltigen Schlammmassen haben das Land verwüstet.  Nach Abschluss der Soforthilfe engagiert sich HEKS im Süden von Pakistan für den Wiederaufbau von Schulen. Damit will das Hilfswerk den Bildungssektor des Landes stärken und der Bevölkerung langfristig neue Perspektiven eröffnen.

    Nach Abschluss der Soforthilfe, die HEKS gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Anatolian Development Foundation (ADF) und Caritas Schweiz im Norden Pakistans geleistet hat,  hat im Februar 2011 die Wiederaufbauphase begonnen. Die Projektregion liegt im Süden des Landes in der Provinz Sindh, die von der Überschwemmung am schlimmsten betroffen ist. Vor allem die Schäden an Schulhäusern sind immens: Der über das Ufer getretene Fluss hat ganze Klassenräume mit Schlamm gefüllt, Schulbänke und Tische einfach weggespült.

    Im Fokus der Wiederaufbauarbeiten stehen 36 Schulgebäude, von denen dreizehn komplett neu aufgestellt werden müssen. Die  Partnerorganisation ADF, mit der HEKS schon beim Wiederaufbau von Schulen nach dem schweren Erdbeben vom Oktober 2005 in Kaschmir zusammengearbeitet hatte, betreut die Aktivitäten vor Ort. Ein neunköpfiges Team von Bauingenieuren leistete in den vergangenen Monaten bauliche Vorabklärungen und wird nun fortlaufend sicherstellen, dass die von HEKS und der Glückskette geforderten Qualitäts- und Sicherheitsrichtlinien eingehalten werden. Seit Juni 2011 laufen die eigentlichen Bauarbeiten durch verschiedene lokale Baufirmen.

    Bildung als Chance
    Der Bau von Schulen ist der pakistanischen Regierung ein besonderes Anliegen. Der öffentliche Bildungssektor Pakistans gehört zu den weltweit am schlechtesten entwickelten. Nur gerade vierzig Prozent der Kinder im Schulalter  besuchen eine Schule. Dabei ist Bildung die Grundlage für eine positive Entwicklung der Gesellschaft - weg von Armut und Radikalität. Die Situation ist umso schwieriger, als dass vielen pakistanischen Eltern die Motivation fehlt, ihren Nachwuchs zur Schule zu schicken. Für die arme ländliche Bevölkerung ist die Landwirtschaft die wichtigste Einkommens- und Ernährungsquelle. Ihrer Meinung nach sollten die Kinder auf dem Feld mithelfen und zur Ernährungssicherung der Familie beitragen, anstatt in der Schule Rechnen und Schreiben zu lernen.

    Anreize schaffen
    Um diesem Missstand entgegenzuwirken und den Bildungssektor nachhaltig zu stärken, unterstützt HEKS das Schulbauprojekt mit flankierenden Massnahmen. Durch Hygieneerziehung an den Schulen sollen die Kinder etwa auf die Nutzung und Pflege der installierten Toiletten sowie des Schulgebäudes und dessen Umgebung hingewiesen werden. Geprüft wird zudem die Einführung eines Schulgartenprogramms, kombiniert mit Schulküche und Verköstigung. Der Wegfall eines Essers am Familientisch soll für die Eltern ein Anreiz sein, den Schulbesuch ihrer Kinder zu unterstützen. Das Wissen über Feldbewirtschaftung, das sich die Kinder im Unterricht aneignen, kann dazu beitragen, die Ernteerträge der Familien zu steigern. Möchte Pakistan die überdurchschnittlich hohe Fruchtbarkeit seines Landes wiedererlangen und seiner Bevölkerung ein selbstbestimmtes, besseres Leben ermöglichen, braucht es beides – fleissige Hände und kluge Köpfe.

  • Programmsumme 2012:   CHF 2 000 000.-
 
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HEKS Kommunikation
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  • Pakistan
  • Fakten zum Land:

    Einwohnerzahl:

    176.7 Mio.

    Rang Human Development Index (von 187):

    145

    Bruttoinlandprodukt BIP pro Kopf (kaufkraftbereinigt):

    2369

    Anteil Menschen mit weniger als 1.25 US $ pro Tag (kaufkraftbereinigt):

    22.6

    Kindersterblichkeit bis 5jährige (Tote pro 1000 Lebendgeburten):

    87

    Lebenserwartung bei Geburt:

    65.4 Jahre

    Durchschnittliche Anzahl besuchter Schuljahre:

    4.9

    Alphabetisierung (% der über 15jährigen):

    55.5%

     

    Quelle: UNDP Länderstatistik

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