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Ausstellung «ZAUNGÄSTE»

MenschenrechtsbeobachterInnen in Israel/Palästina erzählen

MenschenrechtsbeobachterInnen sind die Augen und Ohren der internationalen Öffentlichkeit im Konfliktgebiet. Internationale Präsenz ist ein wirksames Mittel gegen Übergriffe auf die Zivilbevölkerung, und sie ermöglicht das gewaltfreie Engagement lokaler Menschenrechts- und FriedensaktivistInnen. 

Doch was bedeutet es, ein Menschenrechtsbeobachter oder eine Menschenrechtsbeobachterin zu sein? Mit welchen Situationen sind die Einsatzleistenden konfrontiert? Wie gehen sie emotional mit dem Erlebten um? Wie werden sie von den Menschen vor Ort wahrgenommen? Als Voyeure? Als Grenzgänger? Oder gar als Schutzengel? Wie sehen sich die BeobachterInnen selbst? Und wie schätzen sie die Wirkung ihres Engagements für die Menschenrechte ein? 

In der Ausstellung «Zaungäste» erzählen 13 Schweizer MenschenrechtsbeobachterInnen, die zwischen 2003 und 2013 für das Ökumenische Begleitprogramm EAPPI in Israel/Palästina waren, von ihren Erfahrungen und lassen uns den Konflikt durch ihre Augen sehen. Sie geben ihre ganz persönliche Wahrnehmung und ihre subjektive Einschätzung zum Gesehenen und Erlebten wider. Sie erzählen von Hilflosigkeit, Wut und Kulturschocks, aber auch von der Wichtigkeit, zuzuhören und Zeuge zu sein, von Erlebnissen, die Hoffnung wecken, und von Begegnungen auf Augenhöhe.

Ausstellungskonzept

Jede/r der 13 MenschenrechtebeobachterInnen erzählt auf einer Tafel mit Texten, Fotos, Gegenständen und/oder Ton und Videodokumenten eine oder mehrere, ganz persönliche Geschichten. Die (unterschiedlich grossen) Ausstellungstafeln werden an Baustellen-Absperrgittern (Condecta) befestigt. Am Eingang steht ein Wachhäuschen, an und in welchem die Besucher allgemeine Informationen zur Ausstellung, zu EAPPI, HEKS und Peace Watch Switzerland sowie zu den Einsatzorten der MenschenrechtsbeobachterInnen finden. Die Gestaltung der Ausstellung mit Absperrgittern gibt den BesucherInnen das Gefühl, sich selbst gerade in oder an einem Checkpoint zu befinden, selbst „Zaungast“ zu sein. Dank den Gittern kann die Ausstellung – je nach Anzahl und Anordnung der Gitter – sehr individuell und auf die Lokalität angepasst gestaltet werden.

Die technischen Voraussetzungen sowie Ideen für Rahmenveranstaltungen entnehmen Sie bitte dem PDF-Dokument.

 

Das ökumenische Begleitprogramm in Israel und Palästina (EAPPI) wurde im Jahr 2002 vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) lanciert und ist seither permanent mit rund 30 internationalen BeobachterInnen im Westjordanland präsent. Die Idee von EAPPI ist, dass die internationalen BeobachterInnen durch ihre Anwesenheit und das Schaffen von Öffentlichkeit Gewalt verhindern können, dass sie Menschenrechtsverletzungen dokumentieren und dass sie auch nach ihrer Rückkehr in ihren Ländern von ihren Erfahrungen berichten. HEKS ist unter dem Patronat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes für die Schweizer Beteiligung an EAPPI verantwortlich und unterstützt die Schweizer Freiwilligen nach ihrer Rückkehr in ihrer öffentlichen Sensibilisierungsarbeit.

 

Weitere Informationen

 

 

 

«Eine Frage liess mich manchmal nicht einschlafen: Wie kann es sein, dass die ganze Welt wegschaut?»

Barbara Kieser, Bethlehem 2011

«Wir versuchen, die Gewalt hier zu minimieren, indem wir dem Ort und den Geschehnissen durch unsere Anwesenheit eine gewisse Öffentlichkeit verschaffen. Denn die Gewalt sucht die Öffentlichkeit nicht, die sucht das Versteckte.»

Christian Schelbert, Yanoun 2012

«Ich bin oft gefragt worden, ob ich Angst hatte. Klar, man war manchmal nervös, wenn man einer M-16-Mündung eines jungen israelischen Soldaten gegenüberstand oder wusste, dass man von den Scharfschützen auf einem Wachturm beobachtet wird. Angst jedoch bekam ich, wenn ich mit den Kindern, die ich von Hebron nach Jerusalem in die Dialyse-Station zur Blutwäsche begleitete, im Krankenhausbus sass und nicht wusste, ob sie am Checkpoint durchgelassen werden…»

Wolfgang Sréter, Tulkarem 2008

«Klar war es manchmal schwierig, neutral zu bleiben. Aber das war unsere Aufgabe.»

Christelle Génoud, Hebron 2012/13

Kontakt

Termine und Logistik: 

Toni Bernet, HEKS Bereich Kommunikation
Tel.: 044 360 88 32
bernet@heks.ch 

Begleitprogramm und Vermittlung ehemaliger Einsatzleistender: 

Angela Elmiger, HEKS Programmbeauftragte Mittlerer Osten
Tel.: 044 360 88 68 
elmiger@heks.ch

Kontakt:
HEKS, Seminarstrasse 28, Postfach, CH-8042 Zürich, Telefon +41 (0)44 360 88 00, info@heks.ch | Spendenkonto 80-1115-1