heks

  •  
  • Land heisst Leben

  • Landesprogramm Indien

  • Indien gehört mittlerweile zu den Ländern mit dem grössten Bruttoinlandsprodukt und wird hinter China und den USA bald an dritter Stelle liegen. Von diesem Aufschwung profitiert aber nur ein kleiner Teil der Bevölkerung. In ländlichen Gebieten, wo nach wie vor rund zwei Drittel aller Inderinnen und Inder leben, stagniert die Entwicklung. Etwa 30 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze mit weniger als einem US-Dollar pro Kopf und Tag. Auf dem Social Progress Index nimmt Indien nur den 101. Rang von 133 Ländern ein. 

    Was die Diskriminierung und die Gewalt gegen Minderheiten betrifft, schneidet Indien besonders schlecht ab. Das indische Kastensystem betont die sozialen Unterschiede zusätzlich. Menschen, die keiner Kaste angehören, die sogenannten Dalits, sowie indigene Bevölkerungsgruppen wie die Adivasi werden von der Gesellschaft systematisch ausgeschlossen. Sie haben nur geringe Chancen, aus eigener Kraft aus der Armut herauszukommen.

    Indiens Wirtschaftsboom verschärft zunehmend die Konflikte um Land und ­natürliche Ressourcen. Die wirtschaftsfreundliche Regierungspolitik fördert die Land­aneignung durch Grossinvestoren und führt zu einer zunehmenden Marginalisierung der Kleinbäuerinnen und Taglöhner. Diese kämpfen auf kleinen Feldern ums Überleben, meist mit rudimentärsten Hilfsmitteln. Das HEKS-Landesprogramm Indien richtet sich an diese Bevölkerungsgruppe. Eine spezielle Beachtung erhalten dabei die Frauen, welche zusätzlich diskriminiert werden. 

    Ziele, Schwerpunkte, Aktivitäten:

    Ziele des Programmes sind die Ernährungssicherung und die Verbesserung des Einkommens marginalisierter Bevölkerungsgruppen wie die Dalits und Adivasi in den vier Südstaaten Tamil Nadu, Andhra Pradesh, Telangana und Karnataka. Das Landesprogramm umfasst folgende Aktivitäten:

    1. Zugang zu Land: Spezialisierte Partnerorganisationen unterstützen die land­losen Arbeiterinnen und Arbeiter bei den erforderlichen administrativen ­Schritten auf dem Weg zu einem eigenen Stück Land. Das Land garantiert ihnen und ihren Familien genügend Nahrung.
    2. Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion: HEKS fördert eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft mit standortgerechten Getreidearten und Mischkulturen.
    3. Einkommensförderung: Um sich ein minimales Einkommen zu sichern, beteiligen sich die begünstigten Familien an Wertschöpfungsketten und setzen einen Teil ihrer landwirtschaftlichen Produkte auf lokalen oder nationalen Märkten ab. Zudem werden vor allem Frauen ermutigt, ein Kleingewerbe aufzubauen, was unter anderem durch die Vermittlung von staatlichen Spar- und Kreditprogrammen ermöglicht wird.
    4. Befähigung der Zivilgesellschaft: Basisorganisationen werden aufgebaut und untereinander vernetzt. Die DorfbewohnerInnen werden befähigt, sich in der Dorfpolitik einzubringen und ihre Rechte einzufordern.
    5. Erhöhung der Widerstandskraft: Südindiens Bäuerinnen und Bauern leiden zunehmend unter saisonalen Dürren und tropischen Stürmen. HEKS vermittelt den Kleinbauernbetrieben an das Klima ausgerichtete landwirtschaftliche Anbaumethoden sowie Kenntnisse in der Wasserbewirtschaftung, um ihre Widerstandskraft zu erhöhen.
  • HEKS-Nummer: 363.000
  • Programmsumme 2016:   CHF 802 000.-
Kontakt:
HEKS, Seminarstrasse 28, Postfach, CH-8042 Zürich, Telefon +41 (0)44 360 88 00, info@heks.ch | Spendenkonto 80-1115-1