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Hilfe für Flüchtlinge in Serbien

HEKS unterstützt seit August 2015 Flüchtlinge und Asylsuchende in Serbien. Seit Winter 2016 finanziert HEKS vor allem den Aufbau und die Einrichtung staatlicher Aufnahmezentren für rund 6200 Menschen.

Millionen Menschen aus Syrien, Irak und Afghanistan sind auf der Flucht. Die Fluchtroute über den Balkan führte die Menschen von der Türkei über Griechenland, Mazedonien oder Bulgarien nach Serbien. Dort stieg ab Mai 2015 die Zahl der Flüchtlinge dramatisch an. Sehr bald passierten täglich über 5000 Menschen, die serbische Grenze, um nach West- und Nordeuropa weiterzureisen. Ihren Höhepunkt erlebte die Flüchtlingswelle im Oktober 2015. Nach der Schliessung der nationalen Grenzen entlang der Balkanroute Anfang 2016 gab es für viele Flüchtlinge, die es bis nach Serbien geschafft hatten, kein Weiterkommen mehr.


HEKS unterstützte von Mitte August 2015 bis Ende April 2016 gemeinsam mit seiner lokalen Partnerorganisation «Ecumenical Humanitarian Organisation» (EHO) Menschen auf der Flucht in Serbien. Zu Beginn an der serbisch-ungarischen Grenze, dann an der serbisch-kroatischen Grenze in Šid, wo die Menschen direkt in Bussen oder in behelfsmässigen Notunterkünften verpflegt und bei Bedarf verarztet wurden. Insgesamt konnte HEKS mit seiner Nothilfe rund 150 000 Menschen auf der Flucht unterstützen.

Seit Schliessung der Grenzen im März 2016 ist die Zahl der Flüchtlinge in Serbien stark zurückgegangen. Es gibt zwar weiterhin Menschen, die mit Hilfe von Schleppern über die Balkanroute nach Europa reisen, aber diese finden inzwischen Platz in den Notunterkünften, die der serbische Staat zur Verfügung stellt; oder sie reisen, ohne sich zu registrieren, so schnell wie möglich in Länder weiter, wo bereits Familienangehörige leben. Manche Flüchtlinge (darunter viele Familien) warten an den Grenzen auf eine legale Einreisemöglichkeit nach Ungarn und bleiben deshalb mehrere Wochen oder Monate in Serbien

Zuletzt wurden in Serbien rund 7400 Asylsuchende gezählt. In den 17 bestehenden und neu geschaffenen staatlichen Aufnahmezentren (5 Asyl- und 12 Aufnahme- oder Transitzentren) werden derzeit 6200 Flüchtlinge (oder 85 Prozent der gesamten im Land befindlichen Flüchtlinge) betreut. HEKS unterstützte die Bereitstellung diverser Unterkünfte finanziell und beteiligt sich an deren Unterhalt. Um die staatliche Versorgung der Flüchtlinge zu gewährleisten und die Kapazität der Aufnahmeeinrichtungen zu vergrössern, unterstützt HEKS in Principovac die Bohrung eines Brunnens, der die Trinkwasserversorgung von 600 Flüchtlingen in einem grossen Aufnahmezentrum sicherstellen soll.

Februar 2017

Kontakt:
HEKS, Seminarstrasse 28, Postfach, CH-8042 Zürich, Telefon +41 (0)44 360 88 00, info@heks.ch | Spendenkonto 80-1115-1