heks

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  • Stärkung ländlicher Gemeinschaften und intern Vertriebener in Konfliktregionen

  • Landesprogramm Kolumbien

  • In Kolumbien herrscht seit über 50 Jahren ein bewaffneter Konflikt, der sich ­wesentlich um die natürlichen Ressourcen des Landes dreht. Der ­bewaffnete ­Konflikt, die Durchführung von Megaprojekten, der Anbau von Coca und Monokulturen für die Exportlandwirtschaft sowie die Produktion von Agrotreibstoffen führen zu gewaltsamen Vertreibungen der Einheimischen. Das Wirtschaftsmodell der kolumbianischen Regierung setzt auf agroindustrielle Produktion und Rohstoffexporte. Monokulturen für den Export, Agroindustrie und Bergbauprojekte, bedrohen die Lebensgrundlagen der ländlichen Gemeinden und vertreiben die Kleinbauern. Viele Bauernfamilien haben kaum Möglichkeiten, genug Lebensmittel anzubauen und Einkommen zu erzielen, weshalb sie in der Hoffnung auf ein besseres Leben in die Städte ziehen. Ein weiteres Problem ist die Zerstörung der Ökosysteme durch Waldrodung und Umweltverschmutzung aufgrund der Agropestizide, welche kollektive Güter wie Wasser, Boden, Artenvielfalt und Wälder gefährden. Verschärft wird diese Situation zusätzlich durch extreme Dürren und Überschwemmungen, die als Folge des Klimawandels auftreten. Einige Bauernfamilien, Frauen und Jugendliche haben sich organisiert, um ihre Ressourcen zu schützen. Sie sind in ihrem Ort verwurzelt und wollen dort bleiben. Die Zivilbevölkerung wird durch die starke Militarisierung des Alltags und die Forderungen der bewaffneten Akteure in den Krieg hineingezogen. Die Folgen sind gravierende Menschenrechtsverletzungen und Verstösse gegen das Internationale Humanitäre Menschenrecht sowie Gewalt, Armut, Hunger, Entwurzelung und Zerstörung der sozialen Netze und traditionellen Werte. Seit Herbst 2012 finden in Kolumbien Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und der FARC-Guerilla statt. Ein Friedensabkommen alleine macht jedoch keinen dauerhaften und stabilen Frieden aus, weshalb es eine Übergangsjustiz und eine langfristige Konfliktbearbeitung auf verschiedenen Ebenen braucht. ­Nachdem sich die FARC 2015 verpflichtete, die Opfer des Konflikts zu entschädigen, scheint ein Ende der mehr als drei Jahre andauernden Friedensverhandlungen in Sicht, und eine baldige Unterzeichnung des Friedensabkommen wird erwartet. HEKS ist in Kolumbien seit den 1980er Jahren engagiert und hat grosse Erfahrung in der Unterstützung von intern Vertriebenen, im Aufbau und in der Stärkung von Basisorganisationen sowie in der Menschenrechtsarbeit und Friedensförderung. Denn in Kolumbien gibt es eine engagierte Zivilgesellschaft und die Möglichkeit, mit kompetenten Partnern zusammenzuarbeiten. 

    Ziele, Schwerpunkte, Aktivitäten:

    Geografisch konzentriert sich das Landesprogramm auf die Region ­Santanderes, die aus den Departementen Santander, Norte de Santander und der Region Magdalena Medio besteht. Sie ist Teil der Andenregion im Nordosten des Landes und liegt zwischen zwei Bergketten und dem Fluss Magdalena. Die thematischen Schwerpunkte sind die Entwicklung ländlicher Gemeinschaften, die ­Friedensförderung und Konfliktbewältigung. Das Programm will zu einer gerechteren, friedlicheren Gesellschaft und zur Verbesserung der Lebensgrundlagen von intern vertriebenen Familien und ländlichen Gemeinschaften beitragen. Dies mit folgenden Massnahmen:

     

    • Aufbau und Stärkung von Selbsthilfeorganisationen intern Vertriebener, Kleinbauernorganisationen, Frauenorganisationen und Jugendorganisationen.
    • Bildung und Stärkung lokaler und regionaler Netzwerke sozialer Organisationen.
    • Förderung einer familiären, diversifizierten, ökologischen Landwirtschaft zur Verbesserung der Nahrungsmittelproduktion und von einkommensschaffenden Mikroprojekten für Frauen.
    • Förderung des Zugangs zu Land und Ressourcen sowie der Rechte von Kleinbäuerinnen und -bauern. 
    • Förderung der agro-ökologischen Produktion und der Biodiversität.
    • Bildung von Wertschöpfungsketten und Zugang zu Märkten.
    • Sensibilisierungsarbeit und Einforderung des Rechts auf Nahrung, sowie des Rechts auf Land und Territorium.
    • Vernetzung und Lobbyarbeit zu Schwerpunktthemen des Landesprogramms wie Landgrabbing, traditionelles Saatgut und Rechte der Kleinbäuerinnen und -bauern.
    • Unterstützung von Friedensinitiativen der Zivilgesellschaft, wie etwa von Frauenbewegungen und regionalen und nationalen Netzwerken.
    • Anwaltschaft für Menschen auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene.
  • HEKS-Nummer: 384.200
  • Programmsumme 2016:   CHF 868 000.-
Kontakt:
HEKS, Seminarstrasse 28, Postfach, CH-8042 Zürich, Telefon +41 (0)44 360 88 00, info@heks.ch | Spendenkonto 80-1115-1