heks

  •  
  • Ökumenisches Begleitprogramm in Palästina und Israel (EAPPI)

  • Palästina/Israel, Westjordanland inklusive Ostjerusalem

  • Seit Jahrzehnten dreht sich im Nahen Osten die Spirale der Gewalt. Immer wieder ist die Zivilbevölkerung beider Seiten von Gewaltübergriffen und Verletzungen der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts betroffen. Durch den Bau der israelischen Trennmauer und die zahlreichen Checkpoints in den besetzten Gebieten ist die Bewegungsfreiheit der palästinensischen Bevölkerung stark eingeschränkt. Auch israelische Friedensaktivisten setzen sich aufgrund ihres Engagements für eine gerechte Lösung des Konfliktes starker Kritik und teilweise auch Übergriffen aus.

    Als Antwort auf die vielen Übergriffe auf die Zivilbevölkerung baten ­lokale ­Kirchen und Menschenrechtsorganisationen den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) um internationale Präsenz. Der ÖRK ist ein Zusammenschluss von 349 Kirchen, Denominationen und kirchlichen Gemeinschaften aus über 110 Ländern, der über 560 Millionen Christinnen und Christen umfasst. Im Rahmen seiner ökumenischen Kampagne zur Beendigung der Besetzung ­Palästinas und für einen gerechten Frieden im Nahen Osten lancierte er 2002 das «Ecumenical Accompaniment Programme in Palestine and Israel» (EAPPI). MenschenrechtsbeobachterInnen aus den unterschiedlichsten Ländern reisen seither in die ­besetzten Gebiete Palästinas.

    In der Schweiz ist HEKS unter dem Patronat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) verantwortlich für die Teilnahme von Freiwilligen am Programm. HEKS beauftragte Peace Watch Switzerland mit der Vorbereitung und der Begleitung der Freiwilligen aus der Schweiz. HEKS unterstützt die ehemaligen Einsatzleistenden in ihrer Öffentlichkeits- und Sensibilisierungsarbeit.

    Ziele:

    Das Ziel von EAPPI ist es, PalästinenserInnen und Israelis in ihrem gewaltlosen Engagement für Frieden und Menschenrechte zu unterstützen und durch weltweite Sensibilisierungsarbeit zu einem Ende der Besetzung und zu einer ­gerech­ten Friedenslösung beizutragen. Durch ihre Präsenz an Orten, wo es in der Vergangenheit oft zu Übergriffen kam, tragen die internationalen BeobachterInnen zum Schutz der Zivilbevölkerung bei. Falls dennoch Menschenrechtsverletzungen geschehen, werden diese aufgezeichnet, öffentlich gemacht und an die zuständigen nationalen und internationalen Gremien weitergeleitet. Damit steigt der Druck auf die Verantwortlichen, sich an internationale Standards zu halten.

    Aktivitäten:

    Internationale Teams von je vier Freiwilligen leben an sieben verschiedenen Einsatzorten im Westjordanland. In ländlichen Gebieten begleiten die Einsatzleistenden zum Beispiel Bäuerinnen und Bauern auf dem Weg zu ihren Feldern, von denen sie nach dem Bau der Trennmauer abgeschnitten sind und die sie nur noch mit einer Bewilligung und über Checkpoints erreichen können. An anderen Einsatzorten zeigen die BeobachterInnen Präsenz an Checkpoints, wo PalästinenserInnen auf dem Weg zur Arbeit kontrolliert werden, begleiten Kinder an Siedlungen vorbei zur Schule oder unterstützen palästinensische und israelische Friedensinitiativen bei gewaltlosen Aktionen.

    Das Engagement basiert auf Gewaltfreiheit in allen Handlungen und der Respektierung nationalen und internationalen Rechts. Die Einsatzleistenden verpflichten sich zu Unparteilichkeit, nehmen aber klar und offen Stellung gegen Verletzungen der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts.

    Pro Jahr leisten gegen 120 Freiwillige einen dreimonatigen Einsatz. Alle werden in ihren Herkunftsländern und bei ihrer Ankunft in Jerusalem eingehend auf ihre Aufgabe vorbereitet.

    Nach der Rückkehr in ihre Herkunftsländer machen sie die Öffentlichkeit auf die Situation vor Ort aufmerksam.

    Voraussetzungen für einen Einsatz sind psychische Belastbarkeit, gute Englischkenntnisse, Teamfähigkeit und gute Kommunikationsfähigkeiten, Teilnahme am Vorbereitungstraining sowie Bereitschaft zu Öffentlichkeitsarbeit nach der Rückkehr in die Schweiz. Das Mindestalter beträgt 25 Jahre.

  • HEKS-Nummer: 605.323
  • Projektsumme 2016:   CHF 225 000.-
  • Finanzierungspartner: Kantonalkirchen, BFA Nr. 266.9014

150 Franken kosten die Transportkosten für einen internationalen Beobachter oder eine internationale Beobachterin während des dreimonatigen Einsatzens, um mit Minibusen und Sammeltaxis abgelegene Checkpoints und Dörfer zu erreichen.

 
Kontakt: 

HEKS Kommunikation
Projektdienst
8042 Zürich
Tel.: +41 44 360 88 95
E-Mail: projektdienst@heks.ch

Weitere Auskünfte für Interessierte an einem Einsatz oder an der Vermittlung von ehemaligen Einsatzleistende für Vorträge:
Angela Elmiger
Programmbeauftragte Mittlerer Osten
E-Mail: elmiger@heks.ch
Tel.: 044 360 88 68.

Kontakt:
HEKS, Seminarstrasse 28, Postfach, CH-8042 Zürich, Telefon +41 (0)44 360 88 00, info@heks.ch | Spendenkonto 80-1115-1