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Land und Rechte für die Urbevölkerung Indiens

HEKS-Sammelkampagne Indien

Indiens Verfassung verbietet zwar die Diskriminierung aufgrund von Kaste oder Religion, doch die Realität ist eine andere: Ethnische oder religiöse Minderheiten leiden unter gesellschaftlicher und staatlicher Stigmatisierung und Ausgrenzung. So auch die Adivasi, Indiens Ureinwohner. HEKS setzt sich seit Jahrzehnten dafür ein, dass die Rechte der Adivasi umgesetzt werden und dass sie ein Leben in Würde führen können.

Die Adivasi – diskriminiert und gemieden

Die Adivasi stehen ausserhalb des indischen Kastensystems und werden in vielen Lebensbereichen diskriminiert. Sie dürfen nicht dieselben Brunnen benutzen wie Kastenangehörige oder müssen in Restaurants ihr eigenes Geschirr mitbringen. Fast alle Adivasi leben auf dem Land – meist in isolierten Wald- und Bergregionen. Ihre Religion, Lebensgrundlage und traditionelle Lebensweise sind eng mit der sie umgebenden Natur verbunden. Und doch haben sie meist keinerlei Rechte am Wald. Die um 1970 entstandenen Forstgesetze haben den Wald zum Staatsbesitz erklärt und die Adivasi der Willkür der Forstbehörden ausgeliefert. Viele Adivasi haben auch durch Staudamm-Projekte oder Plantagen, die den Wald zerstörten, ihre Lebensgrundlage verloren und arbeiten heute unter sklavenähnlichen Bedingungen als Tagelöhner bei Grossgrundbesitzern.

Die Adivasi – diskriminiert und gemieden. Jetzt helfen!
Christian Bobst

Für ein würdevolles Leben

Im Jahr 2006 verabschiedete das indische Parlament den «Forest Rights Act», ein Gesetz, das es den Adivasi erlaubt, Landtitel für das von ihnen besiedelte und bebaute Forstland zu erwerben. Sie erhalten damit zum ersten Mal das Recht, die Wälder und ihre Ressourcen zu nutzen. Im Falle von Vertreibungen müssen sie entsprechend entschädigt werden. Doch mit der Umsetzung des «Forest Rights Act» hapert es. HEKS unterstützt die Adivasi daher dabei, für ihre Rechte einzustehen, damit sie weiterhin im Wald leben und diesen in ihrer sanften und nachhaltigen Art bewirtschaften können. Helfen Sie mit einer Spende.

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Ein würdevolles Leben für Minderheiten in Indien. Helfen Sie jetzt
Christian Bobst

So arbeiten wir

HEKS unterstützt die Menschen mit verschiedenen Komponenten: Von der Einforderung der Landrechte über die nachhaltige Bewirtschaftung des Landes bis hin zur Vermarktung der angebauten Produkte.

Der Kampf um gesicherte Lebensgrundlagen - HEKS hilft in Indien mit Beratung
Christian Bobst
Beratung

Es gibt in der indischen Gesetzgebung Wege, um als Dalit oder Adivasi zu einem gesicherten Landtitel zu kommen. Doch viele wissen nichts von ihren Rechten, können weder lesen noch schreiben oder sprechen keine Amtssprache. HEKS-Partnerorganisationen klären die Betroffenen über ihre Rechte auf und unterstützen sie beim Erstellen der Anträge und beim Einreichen der notwendigen Dokumente.

Der Kampf um gesicherte Lebensgrundlagen - HEKS hilft in Indien mit Landrechtsforen
Karin Desmarowitz
Vernetzung

In den Bundesstaaten, in denen HEKS tätig ist, hat es Landrechtsforen gegründet, die die Arbeit der verschiedenen HEKS-Partnerorganisationen im Bereich Landkampf koordinieren und bündeln. Die Partner tauschen Informationen aus und planen gemeinsame Aktivitäten. Dies vergrössert nicht nur ihre Wirkung, sondern erspart es den Organisationen auch, sich einzeln exponieren zu müssen.

Der Kampf um gesicherte Lebensgrundlagen - HEKS hilft in Indien mit Advocacyarbeit
Christian Bobst
Lobby- und Advocacy-Arbeit

Wenn Anträge verschleppt oder Gesetze nicht umgesetzt werden, werden öffentliche Protestmärsche und Sitzstreiks organisiert, um den Druck auf die zuständigen Stellen zu erhöhen. Dank beharrlicher Advocacy-Arbeit wurde erreicht, dass der Oberste Gerichtshof in Dehli 2016 urteilte, dass der «Forest Rights Act» auch im Bundesstaat Tamil Nadu umgesetzt werden muss. So hat HEKS für Hunderttausende Adivasi die Rechtsgrundlage geschaffen, um an gesicherte Landtitel zu kommen.

Der Kampf um gesicherte Lebensgrundlagen - HEKS hilft mit gesicherten Landtiteln
Karin Desmarowitz
Gesicherte Landtitel

In den letzten zehn Jahren haben sich über 100'000 Dalit- und Adivasi-Familien mit Unterstützung von HEKS und seinen Partnern Landtitel erkämpfen können. Landtitel sind eine Voraussetzung dafür, um in den Genuss weiterer staatlicher Unterstützungsprogramme zu kommen, wie etwa das Recht auf 100 Tage bezahlte Arbeit im Jahr oder Witwen- und Altersrenten.

Der Kampf um gesicherte Lebensgrundlagen - HEKS hilft in Indien bei nachhaltiger Bewirtschaftung
Christian Bobst
Nachhaltige Bewirtschaftung

Auf dem erkämpften Land fördert HEKS eine nachhaltige, agroökologische Landwirtschaft. Dazu gehören etwa die Herstellung von organischen Düngemitteln in Wurmkompost-Anlagen oder das Abgeben von traditionellem Saatgut, welches in lokalen Saatgutzentren gelagert wird.

Der Kampf um gesicherte Lebensgrundlagen - HEKS hilft in Indien bei der Verbesserung der Wertschöpfung
Christian Bobst
Wertschöpfung

HEKS arbeitet daran, die LandbesitzerInnen verstärkt in Wertschöpfungsketten einzubinden. Das heisst, sie werden darin geschult und dabei unterstützt, ihre Produkte zu verarbeiten und geeignete Absatzmärkte mit fairen Preisen für diese zu erschliessen.

Zum Beispiel Korenkombu

Das Dorf Korenkombu liegt mitten in den dicht bewaldeten Palani-Hügelzügen im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu. Rund siebzig Adivasi-Familien leben hier.
Weil Tamil Nadu sich jahrelang weigerte, den «Forest Rights Act» umzusetzen und die Landrechte der im Wald lebenden Adivasi anzuerkennen, waren auch die BewohnerInnen von Korenkombu stets davon bedroht, von den Forstbehörden zwangsumgesiedelt zu werden. Gleichzeitig gerieten sie zunehmend unter den Druck der sich ausbreitenden Holzwirtschaft und Kaffeeplantagen.

 

Hier schaltete sich HEKS ein. Mit seinen Partnerorganisationen klagte es gegen die fehlende Umsetzung des «Forest Rights Act». Mit Erfolg: 2016 entschied das Oberste Gericht Indiens zugunsten der Adivasi. Endlich konnten diese nun auch in Tamil Nadu Landtitel beantragen. In Korenkombu verfügen heute dank HEKS und seinen Partnern über 70 Prozent der Familien über Landtitel.

Damit sich die Familien langfristig eine gesicherte Existenz aufbauen können, unterstützte HEKS sie nun bei der Verarbeitung und dem Verkauf ihrer Produkte. Die Familien des Dorfes haben sich in Produktions- und Vermarktungsgruppen organisiert. Eine Gruppe produziert Besen aus Waldgräsern und verkauft diese auf dem Markt. Daneben gibt es eine Gruppe, die Kaffeebohnen weiterverarbeitet sowie eine, die ayurvedische Shampoos aus gesammelten Waldfrüchten fertigt.

HEKS hilft in Indien
Christian Bobst

Das Dorf ist Schauplatz und Drehort des Dokumentarfilms der bekannten Regisseurin Barbara Miller. Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt dieser Menschen und erfahren Sie mehr über den Kampf um ihr Land, ihren Lebensraum und ihre Kultur.

Die eindrückliche Geschichte von Parameshwari

Eine, die für viele steht

Eine, die für viele steht - Die eindrückliche Geschichte der HEKS-Hilfe in Indien - 1. Teil
Christian Bobst

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Parameshwari ist 26 Jahre alt und lebt mit ihrem fünfjährigen Sohn Pradeep und ihren Eltern in Korenkombu. Sie könnte sich nicht vorstellen, irgendwo anders zu leben.

«Ich bin glücklich, dass ich hier geboren bin, auch wenn ich einer benachteiligten Bevölkerungsgruppe angehöre. Wir könnten nicht in der Stadt leben, wir brauchen die Waldluft.»

Eine, die für viele steht - die eindrückliche Geschichte der HEKS-Hilfe in Indien
Christian Bobst

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Dank der Unterstützung durch HEKS hat Parameshwari Titel für das Land erhalten, auf dem sie mit ihren Eltern Kaffee anbaut. Jetzt muss sich die Familie nicht mehr davor fürchten, dass sie von hier vertrieben oder dass ihre Felder und ihre Ernten von der Forstbehörde zerstört werden.

HEKS unterstützt Minderheiten in Indien - Helfen Sie mit
Christian Bobst

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HEKS hat die Dorfbewohner dazu ermutigt, sich in Gruppen zu organisieren. Parameshwari hat die Besen-Gruppe ins Leben gerufen. Gemeinsam mit anderen Frauen sammelt sie Gräser und bindet sie zu kunstvollen Besen.

«Ich habe das Handwerk von meinem Vater gelernt. Jetzt zeige ich es den anderen Frauen. Mit diesem Modell haben wir die Chance, unseren Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Nur wenn wir zusammenhalten, können wir überleben.»

HEKS verhilft Minderheiten zu ihren Rechten - dank Marktzugang
Christian Bobst

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Um den Ertrag zu steigern, ist es wichtig, dass die Adivasi die Besen nicht an Zwischenhändler, sondern selbst auf dem Markt verkaufen. Ein grosser Schritt für die Frauen, die meist nur die Erfahrung gemacht hatten, von der Mehrheitsbevölkerung diskriminiert oder ignoriert zu werden. 

«Zum ersten Mal wagte ich mich auf den Wochenmarkt. Zuerst gingen viele vorbei, ohne uns wahrzunehmen. Aber wir haben es immer wieder probiert, und plötzlich wollten alle unsere Besen kaufen. Das war einer der glücklichsten Momente für mich.»

HEKS hilft Minderheiten in Indien
Christian Bobst

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Trotz der gesicherten Landtitel und des Einkommens aus dem Besenverkauf müssen Parameshwari und ihre Eltern zusätzlich noch als Tagelöhner auf einer Kaffeeplantage arbeiten, für 2.50 Schweizerfranken pro Tag, um über die Runden zu kommen.

«Mein Traum ist es, eines Tages ganz von meinem Land und vom Verkauf der Besen leben zu können. Mein Traum ist, meinem Sohn eine gute Ausbildung zu ermöglichen und ihn einmal in einer guten Position sehen.»

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