Corona-Pandemie - HEKS hilft weltweit und in der Schweiz
Mahamudur Rahman/NurPhoto/Dukas
Corona-Pandemie

HEKS leistet Soforthilfe in der Schweiz und im Ausland

Corona-Pandemie: Die Soforthilfe von HEKS

Das Corona-Virus hat die Welt Anfang dieses Jahres aus den Fugen gehoben und das Leben von uns allen auf die eine oder andere Weise verändert. Für viele Menschen in der Schweiz wie auch im Ausland sind insbesondere die mittel- und langfristigen Folgen der Pandemie, die nun erst langsam sicht- und spürbar werden, eine existenzielle Bedrohung. HEKS setzt sich in der Schweiz und in seinen Projekten weltweit dafür ein, diesen Menschen langfristig zur Seite zu stehen.

Hilfe im Ausland

In rund 25 Ländern in Asien, Afrika, Lateinamerika und Osteuropa reagierte HEKS mit über 30 bestehenden oder adaptierten Projekten der Humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit auf die Ausbreitung von COVID-19 und die Folgen der Krise. Die Projektaktivitäten konzentrieren sich in einem ersten Schritt darauf, über verschiedene Hygiene- und Sensibilisierungsmassnahmen Menschen vor dem Virus zu schützen und dessen Ausbreitung möglichst einzudämmen sowie Nothilfe zu leisten für Menschen, die aufgrund der Krise in existenzielle Not geraten sind. In einem zweiten Schritt geht es darum, auf die mittel- und langfristigen Folgen der Krise zu reagieren, deren Ausmass sich erst langsam abzeichnet.
Hygiene-Schulungen in den Rohingya-Flüchtlingscamps in Bangladesch
In den überfüllten Rohingya-Flüchtlingscamps im Süden von Bangladesch sind bereits im Mai erste COVID-19-Fälle aufgetreten. Wie stark sich das Virus seither in den Camps ausgebreitet hat, ist schwer abzuschätzen, da kaum getestet wird. Im Rahmen eines HEKS-Nothilfeprojektes wurden bereits vor der Krise über 100 Gesundheitseinrichtungen in den Camps beim Aufbau von Hygieneinfrastrukturen beraten und das Gesundheitspersonal zu Themen wie Hygiene und Infektionsprävention geschult. In der gegenwärtigen Krise hat HEKS dieses Projekt auf alle anderen Gesundheitsstationen und staatlichen COVID-19-Quarantänezentren im Distrikt Cox’s Bazar ausgeweitet. Zudem unterstützte HEKS 3500 ältere Rohingya-Flüchtlinge mit Moskitonetzen, Matten, Decken, elektrischen Lampen etc., damit sie sich einen separaten Schlafplatz in der Hütte einrichten und dadurch die Social-Distancing-Massnahmen besser einhalten können. Um die Folgen der COVID-19-bedingten Restriktionen für die BewohnerInnen zu lindern, leistet HEKS auch Nahrungsmittelhilfe und finanzielle Hilfe. Sobald die Massnahmen gelockert werden, sind Arbeitsbeschaffungsmassnahmen geplant.
Hygiene-Schulungen in den Rohingya-Flüchtlingscamps
Fotoreportage
Corona-Prävention im Flüchtlingscamp

In den Flüchtlingscamps ist das Leben für die Rohingya seit Jahren ein täglicher Kampf – auch ohne COVID-19. Nun hat das Virus auch die Flüchtlingslager erreicht.

Informationen und Hygiene-Kits in Äthiopien
Im April hat Äthiopien aufgrund von COVID-19 einen fünfmonatigen Ausnahmezustand ausgerufen. Seither sind die bestätigten Infektionen kontinuierlich angestiegen. Das äthiopische Gesundheitssystem ist einer solchen Katastrophe in keiner Weise gewachsen. Auch fehlt es vielerorts an Zugang zu sauberem Wasser und zu nötigem Schutzmaterial. Seit vielen Jahren trägt HEKS mit seinen Projekten in Äthiopien dazu bei, dass die ländliche Bevölkerung in der Region Oromia besseren Zugang zu sauberem Wasser und zu sanitären Infrastrukturen hat. Diese Projekte werden nun mit neuen Komponenten versehen, um die Bevölkerung besser gegen eine mögliche Ansteckung zu wappnen. Im Rahmen eines laufenden Projektes, mit dem die Hygiene-Standards an verschiedenen Schulen verbessert werden, werden zusätzliche Informationen über das Virus und über Präventionsmassnahmen verbreitet, Hygiene-Kits verteilt und Handwasch-Anlagen ausgebaut werden. Auch das kürzlich lancierte Nothilfe-Projekt für die von der Heuschreckenplage am stärksten heimgesuchten Menschen in Borana wird ergänzt: Die Menschen werden mit Informationen zum Coronavirus und mit Hygiene-Kits bestehend aus Wascheimern, Seife und Desinfektionsmittel versorgt.
Corona-Pandemie: HEKS hilft in Äthiopien
Raymond Rohner
Produktion von Schutzmasken in Haiti

In Haiti breitet sich COVID-19 derzeit besorgniserregend schnell aus. Mehrere Kliniken haben wegen Mangels an Schutzausrüstung und wegen Infektionen von Mitarbeitern bereits schliessen müssen. In Zusammenarbeit mit lokalen Nähateliers in der Region Grand'Anse produziert HEKS rund 50 000 Schutzmasken, die an Gesundheitseinrichtungen gespendet werden. Öffentliche Einrichtungen wie Spitäler oder Strafanstalten in der Grand’Anse werden zudem mit Seife, Chlor und Schutzmaterial ausgerüstet.

Ausserdem wurde die haitianische Bevölkerung in der Region Grand’Anse via Plakaten und Radiosendungen über COVID-19 und die nötigen Präventionsmassnahmen informiert. Vorgängig gebaute Handwasch-Infrastrukturen wurden verbessert und neue Handwasch-Einrichtungen installiert, zum Beispiel auf Märkten.

Corona-Pandemie: HEKS hilft in Haiti
Fotoreportage
Grosser Einsatz in Zeiten von Corona

Haiti gilt als das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. HEKS setzt mit seinen Sofortmassnahmen alles daran, dass sich die Menschen in der Region Grand’Anse vor dem Virus schützen können.

Lokale Produktion von Desinfektionsmittel in Brasilien

Auch in Brasilien steigen die COVID-19-Infektionen rasant an. Besonders betroffen sind die Städte Rio de Janeiro und São Paulo, wo das Gesundheitssystem bereits zu Beginn der Krise überfordert war. Darunter leiden insbesondere die verletzlichen und marginalisierten Bevölkerungsteile in den Favelas. Heftig von der Krise betroffen sind auch die indigenen Völker, welche eine besonders hohe Sterberate aufweisen. HEKS unterstützt derzeit eine lokale Bauerngenossenschaft im Bundesstaat Bahia, die sich entschieden hat, während der Krise ihre Produktion umzustellen. Anstelle des Zuckerrohrschnaps Cachaça, stellen sie aus ihrem Alkohol in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Universität von Südwest Bahia nun dringend benötigtes Desinfektionsgel her. Bereits rund 1500 Liter Desinfektionsgel konnten so bereits produziert und an besonders verletzliche ländliche und städtische Gemeinschaften gespendet wird.

Corona-Soforthilfe: Desinfektionsmittel statt Cachaça
HEKS
Spitex-Dienste in Osteuropa

In mehreren Ländern Osteuropas, etwa in Serbien, Rumänien, der Ukraine und in Moldau, laufen die von HEKS initiierten und unterstützten Hauspflegedienste für ältere und betagte Menschen in abgelegenen ländlichen Regionen weiter. Das Pflegepersonal wird nun im Zuge der Corona-Pandemie so weit wie möglich mit zusätzlichem Schutzequipment wie Handschuhen, Masken und Desinfektionsmittel, ausgerüstet. In Serbien ist es gelungen, vom Staat eine Spezialbewilligung zu erhalten, um die PatientInnen trotz Ausgangssperren weiterhin zu Hause zu besuchen und die nötigen medizinischen Dienstleistungen erbringen zu können. In der Moldau können sich betagte Menschen, die psychologische Unterstützung benötigen, weil sie die Situation stark verunsichert oder sie unter der Isolation sehr leiden, über den Pflegedienst telefonisch an eine ausgebildete Psychologin wenden.

Die Arbeit der Hauspflegedienste entlastet ÄrztInnen und Pflegepersonal in den wegen der rasanten Zunahme von Corona-Fällen stark unter Druck stehenden Spitälern.

Home-Care: Spitexangebote in Serbien Corona-Nothilfe
HEKS
Unterstützung von Roma-Familien in Kosovo

In Südosteuropa unterstützt HEKS Roma-Familien am Existenzlimit: Aufgrund der Pandemie gerieten viele Roma quasi über Nacht in eine existenzielle Notlage, weil sie ihre informellen Beschäftigungen wie Schrott- und Plastiksammeln oder Strassenhandel nun nicht mehr ausüben dürfen. Erspartes haben die wenigsten. In Kosovo hat die langjährige HEKS-Partnerorganisation «Voice of Roma, Ashkali and Egyptians» mit hartnäckiger Lobby-Arbeit erreicht, dass die Regierung Familien in existenziellen Notlagen, darunter auch viele Roma, mit finanziellen Beiträgen unterstützt. Die Familien erhielten 150 Euro, damit sie ihre dringendsten Bedürfnisse decken können.

Unterstützung von Roma-Familien in Kosovo
Christian Pobst
Hilfspakete und Summer Schools in Serbien

In sieben Gemeinden in der Vojvodina wurden rund 6000 Pakete mit Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln an betagte Menschen wie auch an Familien in Notlagen, darunter viele Roma, verteilt. Da es im Zuge der Corona-Pandemie zu einem längeren Unterrichtsausfall kam, werden im Sommer sog. «Summer Schools» für Roma-Kinder durchgeführt, um vor allen solchen SchülerInnen, die durch ihre Eltern im Home Schooling nur geringfügig unterstützt werden konnten, die Möglichkeit zu geben, Wissenslücken aufzuholen.

Corona-Soforthilfe Serbien
HEKS

Hilfe in der Schweiz

Die Corona-Pandemie hat die HEKS-Projekte in der Schweiz stark eingeschränkt. Wo immer möglich wurden sie jedoch in adaptierter Form weitergeführt, damit verletzlichen Personen ohne starkes soziales Netzwerk weiterhin Unterstützung und eine Wochenstruktur angeboten werden konnten. So fanden beispielsweise Beratungen und Sprachkurse während dem Corona-Lockdown über digitale Kanäle und Online-Plattformen statt. Zusätzlich haben die Regionalstellen rasch und unkompliziert neue Informations- und Unterstützungsangebote geschaffen, die während der sozialen Isolation im Lockdown besonders wichtig waren.

Mit den schrittweisen Lockerungen der Corona-Regelungen des Bundes ist der Bedarf für einige dieser Soforthilfe-Angebote spürbar zurückgegangen. HEKS reagiert darauf und stellt seine mehrsprachige Corona-Helpline zur telefonischen Unterstützung von MigrantInnen per Mitte Juni ein. Sollte es, wie manche Experten warnen, im Herbst zu einer zweiten Pandemiewelle und möglicherweise einem erneuten, zumindest partiellen Lockdown kommen, würde HEKS die Wiederinbetriebnahme eines entsprechenden telefonischen Unterstützungsangebotes sorgfältig prüfen. 

Gleichzeitig zeigen sich die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie immer deutlicher. Diese treffen in erster Linie die Schwächsten in unserer Gesellschaft, die sich schon vor der aktuellen Krise in einer prekären Lebenssituation befunden haben. Die HEKS-Projekte zur längerfristigen Unterstützung von Menschen, die von den wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie besonders betroffen sind, werden weitergeführt. Dabei wird HEKS auch von der «Glückskette» unterstützt.

An der Seite von MigrantInnen, Geflüchteten und Sans-Papiers

Im Kanton Genf beantworten die Mitarbeitenden des HEKS-Projekts «Permanences Volantes – Beratung für MigrantInnen» täglich hunderte von Anrufen von verzweifelten Sans Papiers, Geflüchteten und MigrantInnen. Viele von ihnen arbeiteten vor der Corona-Krise als Angestellte in Privathaushalten und haben im Zuge des Lockdowns Job und Einkommen verloren. Die HEKS-Mitarbeitenden informieren die Anrufenden in verschiedenen Sprachen über ihre Rechte als ArbeitnehmerInnen und über bestehende Hilfsangebote. Zudem vermittelt HEKS bedürftigen Personen Unterstützung mit Lebensmittelgutscheinen von «Colis du Coeur».

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Permanences volantes - HEKS hilft Sans Papiers. Auch während der Corona-Pandemie
Patrick Gilliéron Lopreno
Hilfe für Beschäftigte in der Hauswirtschaftsbranche

Auch die Telefonleitungen des HEKS-Projektes «Chèque Emploi – rechtliche Beratung für Hausangestellte» im Kanton Waadt laufen seit Beginn der Corona-Pandemie heiss. Beschäftigte in der Hauswirtschaftsbranche leben grundsätzlich mit einer hohen beruflichen und existenziellen Unsicherheit. Während des Lockdowns hat sich ihre Situation nochmals verschlechtert. «Chèque emploi» informiert die Ratsuchenden deshalb über die Rechte von Hausangestellten und die Pflichten von Arbeitgebenden. Zudem setzt sich HEKS zusammen mit den Gewerkschaften UNIA und VPOD auch auf politischer Ebene für staatliche Hilfeleistungen an Hausangestellte ein.

LPP Chèques emploi
Rechtliche Beratung zum Thema «Arbeit»
Für Arbeitnehmende stellen sich im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verschiedene Fragen: Habe ich ein Recht auf die Fortzahlung meines Lohns? Darf mir der Arbeitgeber jetzt kündigen? Ich arbeite im Stundenlohn und bekomme keine Aufträge und daher keinen Lohn mehr – was kann ich tun? 
Für sozial Benachteiligte ist es oft sehr schwierig, auf solche Fragen Antworten zu erhalten. Erfahrene JuristInnen von HEKS stehen ihnen deshalb unentgeltlich zur Verfügung und entwickeln gemeinsam mit den Ratsuchenden mögliche Lösungen.
 

Hilfetelefon Ostschweiz

HEKS-Hilfetelefon allgemein
HEKS
HEKS-Projekte in Zeiten von Corona
Der Lockdown stellte die HEKS-MitarbeiterInnen in der Schweiz vor grosse Herausforderungen. Viele Aktivitäten konnten nicht in gewohnter Weise weitergeführt werden. Gleichzeitig stieg der Beratungs- und Unterstützungsbedarf teilweise sehr stark. Fünf Projektleitende erzählen, wie sich die Corona-Pandemie auf ihre Arbeit auswirkt und wie sie die Herausforderungen meistern.
 

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Corona-Hilfe: Lernhilfe per Videochat
Julie Lovens
Helfen Sie mit!
Bei der Umsetzung all dieser und weiterer geplanter Soforthilfe-Massnahmen hofft HEKS auf die Unterstützung der Schweizer Bevölkerung. Herzlichen Dank für Ihre Solidarität! Ihre Spende wirkt!

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z.B. für Menschen in Existenznot in der Schweiz
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