Corona-Pandemie - HEKS hilft weltweit und in der Schweiz
Mahamudur Rahman/NurPhoto/Dukas
Corona-Pandemie

HEKS leistet Soforthilfe in der Schweiz und im Ausland

Corona-Pandemie: Die Soforthilfe von HEKS

Während in der Schweiz die Ansteckungen mit COVID19 stark rückläufig sind, hält die Pandemie andere Teile der Welt weiterhin in Atem: Weltweit steigen die Fallzahlen und das Coronavirus fordert täglich Tausende Todesopfer.

Doch auch dort, wo die Ansteckungen zurückgehen, ist die Krise nicht überstanden: Zunehmend manifestieren sich die teilweise verheerenden sozialen und ökonomischen Langzeitfolgen der Pandemie. In der Schweiz und im Ausland passt HEKS seine Projekte an die aktuellen Bedürfnisse von besonders benachteiligten Menschen an. Wo nötig, leistet HEKS weiterhin Soforthilfe. 

Hilfe im Ausland

In den Programmländern in Asien, Afrika, Lateinamerika und Osteuropa verstärkt HEKS im Rahmen seiner laufenden Projekte der Humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit in zahlreichen Ländern die Sensibilisierung und Aufklärung sowie einfach umsetzbare hygienische Präventionsmassnahmen. So soll der weiteren Ausbreitung des Coronavirus insbesondere in den schwächsten Bevölkerungsgruppen Einhalt geboten werden. In mehreren Ländern sind diese Aktivitäten bereits angelaufen.
Hygiene-Schulungen in den Rohingya-Flüchtlingscamps in Bangladesch
In Bangladesch trägt ein bestehendes HEKS-Nothilfeprojekt massgeblich dazu bei, dass Gesundheitszentren in den Rohingya-Camps bestmöglich auf die Corona-Krise vorbereitet sind. In 100 Gesundheitszentren und Spitälern in den Flüchtlingscamps wurden Schulungen für ÄrztInnen und Pflegepersonal durchgeführt mit dem Ziel, Infektionsrisiken zu minimieren. Unter anderem wurde auch das korrekte An- und Ausziehen der Schutzkleidung geübt. Zudem wurden die Gesundheitseinrichtungen dabei beraten, wie sie Hygiene-Standards Schritt für Schritt umsetzen können, dass zum Beispiel genügend Handwascheinrichtungen vorhanden sind, Seife zur Verfügung gestellt und korrekte Abfall- und Abwasser-Entsorgungsmethoden eingeführt werden.
Ausserdem verteilt HEKS derzeit zusätzliche Hygiene-Kits in den Camps und in den umliegenden Dörfern und informiert die Bevölkerung – Flüchtlinge wie auch Einheimische – über das Virus und über einfach umsetzbare Hygienemassnahmen.
Hygiene-Schulungen in den Rohingya-Flüchtlingscamps
Fotoreportage
Corona-Prävention im Flüchtlingscamp

In den Flüchtlingscamps ist das Leben für die Rohingya seit Jahren ein täglicher Kampf – auch ohne Corona-Virus. Was aber, wenn COVID-19 nun auch die Flüchtlingslager erreicht? HEKS hat wichtige Vorarbeit geleistet.

Informationen und Hygiene-Kits in Äthiopien
Seit vielen Jahren trägt HEKS mit seinen Projekten in Äthiopien dazu bei, dass die ländliche Bevölkerung in der Region Oromia besseren Zugang zu sauberem Wasser und zu sanitären Infrastrukturen hat. Diese Projekte werden nun mit neuen Komponenten versehen, um die Bevölkerung besser gegen eine mögliche Ansteckung zu wappnen und das Risiko einer Ausbreitung des Coronavirus zu minimieren. Im Rahmen eines laufenden Projektes, mit dem die Hygiene-Standards an verschiedenen Schulen verbessert werden, sollen nun zusätzliche Informationen über das Virus und über Präventionsmassnahmen verbreitet, Hygiene-Kits verteilt und Handwasch-Anlagen ausgebaut werden. Auch das kürzlich lancierte Nothilfe-Projekt für die von der Heuschreckenplage am stärksten heimgesuchten Menschen in Borana wird ergänzt: Die Menschen werden mit Informationen zum Coronavirus und mit Hygiene-Kits bestehend aus Wascheimern, Seife und Desinfektionsmittel versorgt.
Corona-Pandemie: HEKS hilft in Äthiopien
Raymond Rohner
Produktion von Schutzmasken in Haiti

In Haiti produziert HEKS Schutzmasken für Gesundheitseinrichtungen, die diese dringend benötigen. Drei Schneider-Ateliers in der Region Grand'Anse wurden dafür unter Vertrag genommen. Geplant ist die Produktion von 10'000 Masken in einem ersten Schritt. Die Schneiderinnen und Schneider sind glücklich über den Grossauftrag, weil sie nun wieder ihre Arbeit aufnehmen können und ein Einkommen haben. Eine erste Lieferung von 500 Masken wurde bereits einem Spital in Jérémie gespendet. Die Nachfrage steigt rasant an.

Ausserdem hat das HEKS-Koordinationsbüro über 100 Poster produziert und aufgehängt, die über das Corona-Virus und über einfache Präventionsmassnahmen informieren. Zur Sensibilisierung der Bevölkerung werden ausserdem viermal wöchentlich Radiosendungen in Lokalradios ausgestrahlt.

Corona-Pandemie: HEKS hilft in Haiti
Fotoreportage
Grosser Einsatz in Zeiten von Corona

Haiti gilt als das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Ein Ausbruch der Corona-Pandemie hätte für den Inselstaat fatale Folgen. HEKS setzt mit seinen Sofortmassnahmen alles daran, dass sich die Menschen in der Region Grand’Anse vor dem Virus schützen können.

Desinfektionsmittel statt Cachaça in Brasilien

In Brasilien arbeitet HEKS bereits seit vielen Jahren mit einer Gruppe von Cachaça-ProduzentInnen im Cerrado. Diese haben sich entschieden, die Produktion von Zuckerrohrschnaps vorübergehend einzustellen und stattdessen aus dem Alkohol Desinfektionsmittel (70 Vol.-%) herzustellen. HEKS unterstützt die Kleinbauern beim Vertrieb und Verkauf des Desinfektionsmittels. Kleinere Mengen konnten bereits verkauft werden. Die Nachfrage nach Desinfektionsmittel ist derzeit riesig und das Projekt wird entsprechend ausgebaut.

Corona-Soforthilfe: Desinfektionsmittel statt Cachaça
HEKS
Spitex-Dienste in Osteuropa

In mehreren Ländern Osteuropas, etwa in Serbien, Rumänien, der Ukraine und in Moldau, laufen die von HEKS initiierten und unterstützten Hauspflegedienste für ältere und betagte Menschen in abgelegenen ländlichen Regionen weiter. Das Pflegepersonal wird nun im Zuge der Corona-Pandemie so weit wie möglich mit zusätzlichem Schutzequipment wie Handschuhen, Masken und Desinfektionsmittel, ausgerüstet. In Serbien ist es gelungen, vom Staat eine Spezialbewilligung zu erhalten, um die PatientInnen trotz Ausgangssperren weiterhin zu Hause zu besuchen und die nötigen medizinischen Dienstleistungen erbringen zu können. In der Moldau können sich betagte Menschen, die psychologische Unterstützung benötigen, weil sie die Situation stark verunsichert oder sie unter der Isolation sehr leiden, über den Pflegedienst telefonisch an eine ausgebildete Psychologin wenden.

Die Arbeit der Hauspflegedienste entlastet ÄrztInnen und Pflegepersonal in den wegen der rasanten Zunahme von Corona-Fällen stark unter Druck stehenden Spitälern.

Home-Care: Spitexangebote in Serbien Corona-Nothilfe
HEKS
Unterstützung von Roma-Familien in Kosovo

In Südosteuropa unterstützt HEKS Roma-Familien am Existenzlimit: Aufgrund der Pandemie gerieten viele Roma quasi über Nacht in eine existenzielle Notlage, weil sie ihre informellen Beschäftigungen wie Schrott- und Plastiksammeln oder Strassenhandel nun nicht mehr ausüben dürfen. Erspartes haben die wenigsten. In Kosovo hat die langjährige HEKS-Partnerorganisation «Voice of Roma, Ashkali and Egyptians» mit hartnäckiger Lobby-Arbeit erreicht, dass die Regierung Familien in existenziellen Notlagen, darunter auch viele Roma, mit finanziellen Beiträgen unterstützt. Die Familien erhielten 150 Euro, damit sie ihre dringendsten Bedürfnisse decken können.

Unterstützung von Roma-Familien in Kosovo
Christian Pobst

Hilfe in der Schweiz

Die Corona-Pandemie hat die HEKS-Projekte in der Schweiz stark eingeschränkt. Wo immer möglich wurden sie jedoch in adaptierter Form weitergeführt, damit verletzlichen Personen ohne starkes soziales Netzwerk weiterhin Unterstützung und eine Wochenstruktur angeboten werden konnten. So fanden beispielsweise Beratungen und Sprachkurse während dem Corona-Lockdown über digitale Kanäle und Online-Plattformen statt. Zusätzlich haben die Regionalstellen rasch und unkompliziert neue Informations- und Unterstützungsangebote geschaffen, die während der sozialen Isolation im Lockdown besonders wichtig waren.

Mit den schrittweisen Lockerungen der Corona-Regelungen des Bundes ist der Bedarf für einige dieser Soforthilfe-Angebote spürbar zurückgegangen. HEKS reagiert darauf und stellt seine mehrsprachige Corona-Helpline zur telefonischen Unterstützung von MigrantInnen per Mitte Juni ein. Sollte es, wie manche Experten warnen, im Herbst zu einer zweiten Pandemiewelle und möglicherweise einem erneuten, zumindest partiellen Lockdown kommen, würde HEKS die Wiederinbetriebnahme eines entsprechenden telefonischen Unterstützungsangebotes sorgfältig prüfen. 

Gleichzeitig zeigen sich die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie immer deutlicher. Diese treffen in erster Linie die Schwächsten in unserer Gesellschaft, die sich schon vor der aktuellen Krise in einer prekären Lebenssituation befunden haben. Die HEKS-Projekte zur längerfristigen Unterstützung von Menschen, die von den wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie besonders betroffen sind, werden weitergeführt. Dabei wird HEKS auch von der «Glückskette» unterstützt.

An der Seite von MigrantInnen, Geflüchteten und Sans-Papiers

Im Kanton Genf beantworten die Mitarbeitenden des HEKS-Projekts «Permanences Volantes – Beratung für MigrantInnen» täglich hunderte von Anrufen von verzweifelten Sans Papiers, Geflüchteten und MigrantInnen. Viele von ihnen arbeiteten vor der Corona-Krise als Angestellte in Privathaushalten und haben im Zuge des Lockdowns Job und Einkommen verloren. Die HEKS-Mitarbeitenden informieren die Anrufenden in verschiedenen Sprachen über ihre Rechte als ArbeitnehmerInnen und über bestehende Hilfsangebote. Zudem vermittelt HEKS bedürftigen Personen Unterstützung mit Lebensmittelgutscheinen von «Colis du Coeur».

Mehr erfahren im Interview

Permanences volantes - HEKS hilft Sans Papiers. Auch während der Corona-Pandemie
Patrick Gilliéron Lopreno
Hilfe für Beschäftigte in der Hauswirtschaftsbranche

Auch die Telefonleitungen des HEKS-Projektes «Chèque Emploi – rechtliche Beratung für Hausangestellte» im Kanton Waadt laufen seit Beginn der Corona-Pandemie heiss. Beschäftigte in der Hauswirtschaftsbranche leben grundsätzlich mit einer hohen beruflichen und existenziellen Unsicherheit. Während des Lockdowns hat sich ihre Situation nochmals verschlechtert. «Chèque emploi» informiert die Ratsuchenden deshalb über die Rechte von Hausangestellten und die Pflichten von Arbeitgebenden. Zudem setzt sich HEKS zusammen mit den Gewerkschaften UNIA und VPOD auch auf politischer Ebene für staatliche Hilfeleistungen an Hausangestellte ein.

LPP Chèques emploi
Rechtliche Beratung zum Thema «Arbeit»
Für Arbeitnehmende stellen sich im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verschiedene Fragen: Habe ich ein Recht auf die Fortzahlung meines Lohns? Darf mir der Arbeitgeber jetzt kündigen? Ich arbeite im Stundenlohn und bekomme keine Aufträge und daher keinen Lohn mehr – was kann ich tun? 
Für sozial Benachteiligte ist es oft sehr schwierig, auf solche Fragen Antworten zu erhalten. Erfahrene JuristInnen von HEKS stehen ihnen deshalb unentgeltlich zur Verfügung und entwickeln gemeinsam mit den Ratsuchenden mögliche Lösungen.
 

Hilfetelefon Ostschweiz

HEKS-Hilfetelefon allgemein
HEKS
Lernhilfen für Kinder

Gleich nach den Schulschliessungen im März hat HEKS zur Unterstützung von sozial benachteiligten Familien in den Regionen Ostschweiz und Bern das Projekt «Lernhilfe über Videochat» lanciert. Mittlerweile gibt es in jeder Region über dreissig Tandems, bestehend aus Freiwilligen und Primarschulkindern, deren Eltern wegen sprachlicher oder anderer Barrieren bei den Schulaufgaben nur begrenzt Unterstützung geben können. Diese Tandems «treffen» sich zwei- bis dreimal in der Woche per Whatsapp-Video zur Aufgabenhilfe.

Das Projekt «Lernhilfe über Videochat» läuft bis zu den Schul-Sommerferien. In der Ostschweiz wird eine Weiterführung des Projektes im Herbst 2020 geprüft. Interessierte Eltern und Freiwillige können sich gerne unverbindlich melden.

 

Lernhilfe Ostschweiz

Corona-Hilfe: Lernhilfe per Videochat
Julie Lovens
Helfen Sie mit!
Bei der Umsetzung all dieser und weiterer geplanter Soforthilfe-Massnahmen hofft HEKS auf die Unterstützung der Schweizer Bevölkerung. Herzlichen Dank für Ihre Solidarität! Ihre Spende wirkt!

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Helfen Sie Menschen in Not

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z.B. für die Schulung von Ärztinnen in Flüchtlingslagern
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150
z.B. für Nahrungsmittelhilfe in Senegal
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250
z.B. für Menschen in Existenznot in der Schweiz
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