Medienmitteilung vom 23. Februar 2021

HEKS startet neue COVID-19-Solidaritätskampagne: «Zusammenhalten beim Abstand halten»

Die COVID-19-Pandemie offenbart in aller Deutlichkeit die oft prekären Lebensumstände von Millionen Menschen weltweit. HEKS, das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz, hat deshalb bereits Anfang 2020 zahlreiche seiner Projekte im In- und Ausland den spezifischen Bedürfnissen in dieser Krise angepasst. Mit der nationalen Kampagne «Zusammenhalten beim Abstand halten» ruft HEKS die Schweizer Bevölkerung nun ein weiteres Mal auf zur Solidarität mit jenen Menschen, die von den Folgen des Virus besonders hart getroffen werden.

Wie Zusammenhalten beim Abstandhalten ohne Wasser?

Wie wollen Sie sich die Hände waschen ohne Zugang zu sauberem Wasser? Wie will man im Homeoffice arbeiten, wenn man arbeitslos ist? Wie soll jemand bei Fieber und Husten zu Hause bleiben, wenn sie oder er obdachlos ist? Wie sollen Menschen voneinander Abstand halten, die in einem überfüllten Flüchtlingscamp leben müssen? HEKS versucht in seinen Projekten jeden Tag aufs Neue, Antworten auf diese Fragen zu geben. Und so auch während der COVID-19-Pandemie Menschen in Not zu helfen, ihnen bessere Lebensperspektiven zu vermitteln und ihnen ein Leben in Würde zu ermöglichen.
 

Von Bangladesch bis Venezuela…

In den Flüchtlingscamps der Rohingya in Bangladesch etwa konnten auch dank der Unterstützung von HEKS bisher eine rasante Ausbreitung der Krankheit und damit eine humanitäre Katastrophe abgewendet werden. In Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation WHO führt HEKS Hygienetrainings für medizinisches Hilfspersonal durch, Erste-Hilfe-Zentren werden mit Seife und Trinkwasser versorgt und die Abfallentsorgung verbessert. Ausserdem werden Planen, Decken und Schutzmasken an die BewohnerInnen der Flüchtlingscamps verteilt. In Venezuela sorgt HEKS mit einer lokalen Partnerorganisation für die regelmässige Desinfektion von Lateinamerikas grösstem Universitätsspital in Caracas. Und in Äthiopien ermöglicht HEKS zahlreichen Gemeinden, Schulen und Gesundheitseinrichtungen einen sicheren und nachhaltigen Zugang zu sauberem Trinkwasser und verbesserten sanitären Einrichtungen.

 …von Genf bis St. Gallen

In der Schweiz nutzt HEKS Ideenreichtum, Telefone, digitale Kanäle und soziale Netzwerke dazu, fehlende Orte und Möglichkeiten der Begegnung und des sozialen Austauschs zu kompensieren, die gesellschaftliche Isolation sozial Benachteiligter zu durchbrechen sowie MigrantInnen, Flüchtlinge und Sans-Papiers in dieser existenzbedrohenden Krise zu informieren und zu unterstützen. So sorgt HEKS im Rahmen des Programmes «AltuM» (Alter und Migration) in den Kantonen Aargau, Solothurn und Zürich sowie im französischsprachigen Pendant «Age et Migration» in den Kantonen Waadt und Genf dafür, dass ältere Migranten, darunter auch zahlreiche Risikopersonen, mittels «WhatsApp»- oder «Viber»-Gruppen wichtige Informationen über Arbeitsrecht, Sozialhilfe und behördliche COVID-19-Massnahmen erhalten. Zudem sind informative Videos zu den Themen Gesundheit und Alter in Vorbereitung. Weiter werden regelmässig virtuelle, mehrsprachige Café-Treffen organisiert. Im Kanton Waadt erfreut sich eine HEKS-Hotline für psychosoziale Unterstützung grosser Nachfrage. Im Aufbau begriffen ist zudem ein Webradio mit Corona-spezifischen Informationen.

Corona-Nothilfe: Permanences Volantes in Genf
HEKS
Bereits während der ersten COVID-19-Welle im Frühjahr 2020 lancierte HEKS in der Westschweiz die «CoronaNews» und in der Deutschschweiz das «Corona-Hilfetelefon», um sozial benachteiligte und fremdsprachige Bevölkerungsgruppen laufend über behördlich verordnete Einschränkungen und ihre Rechte zu informieren. In der Westschweiz setzt sich HEKS mit seinen Programmen «Permanences volantes» und «Chèques-emploi» für die Rechte von vor allem in der privaten Hauswirtschaft beschäftigten MigrantInnen und Sans-Papiers ein. Auch die beiden HEKS-Programme «Espace parents» in Neuchâtel und «BrückenbauerInnen» in Basel haben ihre Angebote angepasst, um von den sozialen und ökonomischen Auswirkungen der Pandemie besonders betroffene Familien mit Kindern weiterhin zu unterstützen.
 

#Herdensolidarität

Ein Ende der Pandemie ist leider noch nicht in Sicht. Im Rahmen seiner nationalen Kampagne «Zusammenhalten beim Abstand halten», dem #Herdensolidarität sowie einer besonderen Adaption der schweizweit bekannten «COVID-19»-Signaletik des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) bittet HEKS die Schweizer Bevölkerung deshalb ein weiteres Mal um ihre solidarische Unterstützung von Menschen in Not, die weltweit durch das Virus und seine Folgen in ihrer Existenz bedroht sind.

 

Zur Corona-Nothilfe

Dieter Wüthrich
Abteilungsleiter Medien und Information
Dieter Wüthrich

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