Politische Situation in Äthiopien

Seit im April 2018 ein neuer Ministerpräsident das Amt angetreten hat und ein breites Programm politischer und wirtschaftlicher Reformen angestossen wurde, durchläuft die Politik in Äthiopien eine Zeit der radikalen Veränderung. Seit der zweiten Jahreshälfte 2019 scheinen diese Reformen jedoch still zu stehen und das Land sieht sich mit einer verschärften Medienkontrolle, Ausnahmezuständen in vielen Teilen des Landes und dem Aufschub der nationalen Wahlen konfrontiert. Im November 2020 starteten die äthiopischen Streitkräfte (ENDF) in Tigray eine Offensive gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPFL). Überdies nahmen Gewalttaten in Äthiopien in den letzten Monaten stetig zu. Als unmittelbare Folge davon wurden tausende Menschen getötet und Millionen vertrieben. Die nationalen Wahlen sollen nun im Juni 2021 stattfinden und es werden, in Anbetracht ihrer Bedeutung, weitere Gewaltausbrüche im ganzen Land erwartet.

HEKS Arbeit in Äthiopien
Abinet Teshome

Die Arbeit von HEKS/EPER wird fortgesetzt  

Im Grossen und Ganzen waren die Projekte von HEKS bisher nicht direkt betroffen. Die meisten Projekte mussten jedoch wegen des ausgerufenen Notstands aufgrund der COVID-19-Pandemie oder wegen der lokalen Gewaltausbrüche pausieren. HEKS und seine Partner konnten jedoch trotz dieser Unterbrechungen Aktivitäten durchführen und den Menschen weiterhin Unterstützung zukommen lassen. Die Situation in Äthiopien bleibt sehr volatil und die Aussichten sind alles andere als positiv. NGOs, Partnerorganisationen und die internationale Gemeinschaft waren jedoch nicht direkt von den ethnischen Konflikten oder den neuen, einschränkenden Massnahmen der Regierung betroffen. Während der Wahl werden weitere Unterbrüche der Aktivitäten und des Zugangs zu Projektgebieten erwartet.
 

Humanitäre Hilfe

Gemäss dem Ethiopian Humanitarian Response Plan 2020 (HRP) benötigen etwa 19,2 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Aufgrund interner und externer Faktoren wie politischer Instabilität und Klimawandel wurden Millionen ÄthiopierInnen gewaltsam vertrieben, entmachtet, und leben nun ohne Grundleistungen wie Wasser, Unterkunft oder sanitäre Einrichtungen. Flüchtlingen mangelt es an Zugang zu sanitären Einrichtungen und sauberem Trinkwasser. Die Lebensmittelsicherheit und die Gesundheitssituation verschlechtern sich rapide. 
HEKS hat auf die Bedürfnisse der vertriebenen Bevölkerung reagiert. Diese hat keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen und sauberem Trinkwasser. Deshalb errichtet HEKS die dringend benötigten Latrinen und saniert Wasserentnahmestellen, um den Zugang zu sauberem Wasser und die allgemeine Hygienesituation zu verbessern. In Äthiopien hat HEKS zahlreiche Projekte vor Ort umgesetzt, um in den vier Regionen Oromia, Amhara, SNNPR und Somali schnell und effektiv auf die humanitäre Krise zu reagieren. HEKS ist in diesen Regionen momentan mit acht Projekten präsent. Diese werden in Zusammenarbeit mit regionalen und internationalen humanitären Hilfsorganisationen durchgeführt. Die Unterstützung erreicht etwa 86 000 Menschen.

 

Mehr über die Arbeit von HEKS  in Äthiopien  

Bettina Filacanavo
Redaktorin
Bettina Filacanavo

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Mobile: 076 461 88 70
E-Mail: bettina.filacanavo@heks.ch

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