Medienmitteilung vom 27. Oktober 2017

Zivilbevölkerung zwischen den Fronten: HEKS leistet Nothilfe über 350'000 Franken für intern Vertriebene im Nordirak

In der mehrheitlich von Kurden bewohnten Provinz Kirkuk im Nordirak spielt sich derzeit erneut ein Flüchtlingsdrama ab. Im aktuellen innerirakischen Konflikt gerät die Zivilbevölkerung immer mehr zwischen die Fronten und wird dabei zum Opfer einer gewalttätigen Verfolgung insbesondere durch Milizen. Über hunderttausend Menschen mussten deswegen bereits Hals über Kopf und ohne Hab und Gut aus ihren Dörfern in bisher nicht umkämpfte Gebiete fliehen.

Den intern Vertriebenen fehlt es an Nahrungsmitteln ebenso wie an anderen lebensnotwendigen Gütern. Als eine der ersten im Konfliktgebiet präsenten Schweizer Hilfsorganisationen leistet HEKS, das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz, deshalb besonders verletzlichen Familien Nothilfe im Umfang von 350'000 Franken.

Zivilbevolkerung zwischen den Fronten - HEKS leistet Nothilfe im Nordirak
KEYSTONE/Agence VU/Lam Duc Hien

Im Nordirak kämpfen derzeit die irakische Armee und verbündete Milizen gegen kurdische Verbände um die territoriale Vorherrschaft. Betroffen ist vor allem die Gegend um Kirkuk. Hintergründe des Konflikts sind zum einen das vor einem Monat erfolgte Unabhängigkeits-referendum der Kurden im Nordirak, zum anderen die reichen Erdölvorkommen in diesem Gebiet. Hauptleidtragende des Konflikts ist einmal mehr die Zivilbevölkerung, die insbesondere durch andauernde völkerrechtswidrige Übergriffe der paramilitärischen Milizen aus ihren Dörfern vertrieben wurde und nun in weiter südlich gelegenen, vom Konflikt (noch) nicht betroffenen Gebieten Zuflucht sucht.

 

Diese Menschen mussten oft Hals über Kopf fliehen und dabei meist ihr gesamtes Hab und Gut zurücklassen. Dementsprechend katastrophal ist ihre aktuelle Situation, zumal die Zufluchtsorte in keiner Weise auf diesen Flüchtlingsstrom vorbereitet waren. Den intern vertriebenen Menschen fehlt es an geeigneten Unterkünften, Nahrungsmitteln und weiteren lebensnotwendigen Gütern. Die Betroffenen leben und übernachten entweder in behelfsmässigen Unterkünften oder gar unter freiem Himmel. Der in den nächsten Wochen zu erwartende Wintereinbruch mit Regen und Kälte mit Nachttemperaturen nahe oder sogar unter dem Gefrierpunkt droht ihre Lage dramatisch zu verschlechtern.

In Zusammenarbeit mit seiner lokalen Partnerorganisation «REACH» und «Diakonie Katastrophenhilfe» (DKH) unterstützt HEKS deshalb vorerst für drei Monate rund 2500 besonders bedürftige Familien von intern Vertriebenen mit Lebensmitteln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs, vor allem für die bevorstehende kalte Jahreszeit (z. B. Kerosinöfen und Brennstoff) im Umfang von 350 000 Franken. HEKS ist damit eine der ersten im Konfliktgebiet tätigen Schweizer Hilfsorganisationen.

 

Bereits in den vergangenen Monaten hat HEKS im Rahmen seines humanitären Nothilfeprogramms für Nordirak intern vertriebene Kleinbauern-Familien aus dem Zentralirak in den Distrikten Suleymaniah, Halabja und Diyalla bei der Renovation und Verbesserung landwirtschaftlicher Infrastrukturen (u.a. Neubau oder Renovation von Wasserreservoirs, Gewächshäusern, Viehtränken etc.) unterstützt.

 

Weitere Informationen

HEKS-Spendenkonto: 80-1115-1, Vermerk «Nothilfe Nordirak»

 

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Dieter Wüthrich
Abteilungsleiter Medien und Information
Dieter Wüthrich

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