Die Menschen in Äthiopien leiden unter einer katastrophalen Dürre
HEKS/Meron Bailey
Dürrekatastrophe

Hilfe für die notleidende Bevölkerung in Äthiopien

Dürre in Ostafrika

Von der Weltöffentlichkeit kaum beachtet, leidet Äthiopiens Bevölkerung seit Monaten unter einer verheerenden Dürre. Rund acht Millionen Menschen sind von einer akuten Hungerkrise und dem gänzlichen Verlust ihrer Lebensgrundlagen bedroht. HEKS leistet deshalb humanitäre Hilfe für die notleidende Bevölkerung im Umfang von 500'000 Franken.

In den letzten Jahren wurde Äthiopien von mehreren, sich überschneidenden Krisen heimgesucht: Zuerst führte eine Heuschreckenplage ab Ende 2019 zu grossen Ernteausfällen. Hinzu kamen die COVID-19-Pandemie sowie unterschiedliche, mit Gewalt ausgetragene Territorial- und Ressourcenkonflikte. Da nunmehr vier aufeinanderfolgende Regenzeiten seit Ende 2020 nahezu gänzlich ausgeblieben sind, leiden Äthiopien, aber auch Somalia und Kenia, schon seit Monaten unter einer katastrophalen Dürreperiode. Die jüngsten Prognosen für die nächste, für Oktober-Dezember vorgesehene Regensaison verheissen kaum Besserung der dramatischen Lage. Die steigenden Temperaturen infolge des Klimawandels lassen befürchten, dass auch in Zukunft mit einer Häufung von extremen Dürrereignissen in der Region des äthiopischen Tieflandes zu rechnen ist. 

In Äthiopien sind schätzungsweise bereits über zwei Millionen Nutztiere infolge des Wasser- und Futtermangels gestorben. 22 Millionen weiteren Tieren droht dasselbe Schicksal. Die Folgen für die Ernährung der vorwiegend als Hirt:innen und Viehzüchter:innen lebenden Bevölkerung des südäthiopischen Tieflandes, einem Gebiet ohne Flüsse und mit nur wenig natürlichen Quellen, sind dramatisch. Insgesamt sind deshalb rund acht Mio. Menschen in Äthiopien akut von Hunger bedroht. 

Vielen Familien bleibt also keine andere Wahl, als sich auf die Suche nach alternativen Einkommensmöglichkeiten oder nach Unterstützung durch die Behörden und Hilfsorganisationen zu machen. Immer mehr vertriebene Menschen siedeln sich in den Aussenbezirken der Städte an, da sie in ihrem Gebiet keine Existenzgrundlage mehr haben. Zunehmend trifft die Situation auch wohlhabendere Familien. Traditionelle Unterstützungssysteme innerhalb von Gemeinschaften, bei denen reichere Menschen Hilfsbedürftige unterstützten, funktionieren deshalb kaum noch. Sie alle sind mittlerweile auf Unterstützung von aussen angewiesen.

Die Nothilfe wird weitergeführt 

Zur Linderung der Not und zur Verhinderung einer sich verschlimmernden Hungerkatastrophe leistet HEKS in den kommenden Monaten weitere humanitäre Hilfe im Umfang von 500'000 Schweizer Franken. Seit April 2022 laufen Massnahmen, um rund 35'000 Menschen in den Regionen Borana und Dawa Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen. Dazu werden in 15 Schulen Wassertanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils 10'000 Litern sowie Handwasch-Stationen installiert und während 60 Tagen Wassertransporte (15 Liter pro Tag/Person) durchgeführt. Zudem werden der betroffenen Bevölkerung im Rahmen einer Kampagne Anleitungen zu guten Sanitär- und Hygienepraktiken vermittelt. 200 besonders vulnerable Haushalte (1400 Personen) erhalten Wasserreinigungschemikalien für die Wasseraufbereitung, Mehrzweckseifen sowie Kanister und Eimer. 

Weitere 500 Haushalte werden im Rahmen eines «Cash for Work»-Einsatzes an der Sanierung von vier traditionellen, nicht mehr funktionierenden Wasserentnahmestellen beteiligt. Involviert werden in erster Linie Haushalte, die wegen der anhaltenden Dürre einen Grossteil ihres Viehbestands verloren haben, Familien mit Kindern, die an akuter Unterernährung leiden, schwangere Frauen mit geringem Einkommen sowie Viehhalter:innen, die wegen der Dürre die Weidewirtschaft aufgegeben haben. Die 500 Familien erhalten für ihre Mitarbeit an der Sanierung einen Barbetrag, mit dem sie Lebensmittel, Medikamente und andere lebenswichtige Güter kaufen können. Zudem erhalten 500 Haushalte Kraftfutter zur Rettung eines Viehbestandes von insgesamt 2000 Zuchttieren, mehrheitlich Rinder. HEKS wird die seit April geleistete Unterstützung zur Wiederherstellung der Lebensgrundlagen weiterführen und zusätzlich für 150 Familien Schulungen zur Förderung der Resilienz gegenüber dem Klimawandel anbieten.


Die Krise ist noch lange nicht ausgestanden. Deshalb wird sich HEKS in Zusammenarbeit mit der nationalen Regierung, den lokalen Behörden und anderen humanitären Akteuren weiterhin dafür einsetzen, dass die am stärksten betroffene Bevölkerung schnelle Hilfe erhält. HEKS wird auch die Entwicklung der Dürre beobachten und die Prognosen für die nächste Regenzeit in der Planung des weiteren Vorgehens berücksichtigen. Bringt die kommende Saison genügend Niederschlag, wird eine Post-Krisenphase eingeleitet, die den Wiederaufbau der Lebensgrundlagen der Menschen anstrebt. Hält die Dürre hingegen an, wird HEKS seine humanitäre Aktion in der Region ausweiten, um lebensrettende Hilfe zu leisten. 

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung.

Die Menschen in Ostafrika brauchen Ihre Hilfe!

CHF
80
z. B. zur finanziellen Unterstützung einer Familie in Äthiopien mit Kindern, die an Unterernährung leiden.
CHF
160
z. B. zur finanziellen Unterstützung von zwei Familien in Äthiopien mit Kindern, die an Unterernährung leiden.
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280
z. B. für Kraftfutter für 20 Nutztiere in Äthiopien, damit sie die Dürre überstehen.
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