Israel/Palästina, Süden des Landes, nicht anerkannte Dörfer in der Negev-Wüste

Gärten als Tore zur Aussenwelt für Beduinenfrauen

In den meisten Industriestaaten ist für eine beduinische Lebensform kaum noch Platz. Gewisse Staaten, so auch Israel, versuchen oft mit begrenztem Erfolg die Beduin:innen ausserhalb ihres traditionellen Gebietes in nicht staatlich anerkannten Dörfern anzusiedeln, wo es weder Zugang zu fliessendem Wasser noch Strom gibt. Da die Beduinen-Gemeinschaften dort der arabischen Minderheit angehören, sind sie gegenüber der jüdischen Bevölkerung rechtlich benachteiligt. In der sehr konservativen beduinischen Gemeinschaft leiden die Frauen am meisten unter der Situation, denn sie dürfen das Dorf oft nicht verlassen. Im Rahmen des Projektes erhalten sie ein landwirtschaftliches Training, das sie für die Produktion und den Vertrieb von Nahrungsmitteln sensibilisiert. Durch diese Aktivitäten verbessert sich ihre Stellung innerhalb der Gemeinschaft und sie nehmen aktiver am gesellschaftlichen Leben teil. 

Begünstigte:

Die beduinischen Frauen, die in den nicht anerkannten Dörfern im Süden Israels wohnen, sind die primäre Zielgruppe. Über sie erreicht Sidreh auch die Grossfamilie und die Dorfgemeinschaft. So werden auch die Männer von Anfang an in das Projekt mit einbezogen. 

Ziele:

Das Projekt will auf verschiedenen Ebenen ansetzen: Mit kleinen Gärten rund um ihre Häuser bringt Sidreh den Frauen den ökologischen Anbau von Gemüse und Bewässerungsmethoden in Wüstengebieten bei. Im Verlauf dieser Tätigkeiten entsteht ein Vertrauensverhältnis, welches es ermöglicht, die Frauen auch bei innerfamiliären Problemen zu beraten und die Beduininnen über ihre Rechte aufzuklären. Ziel ist, dass die Frauen durch den Ertrag ihrer Gärten etwas zum Haushaltseinkommen beitragen können und so an Anerkennung gewinnen. Mehrerträge an Gemüse können sie entweder verschenken und so ein Netzwerk mit anderen Frauen aufbauen oder sie verkaufen es auf dem Markt. Im Zuge dieser Aktivität kommen die Frauen aus den Dörfern heraus und nehmen aktiv am gesellschaftlichen Leben teil. Sidreh vertritt die Rechte der Frauen auch gegenüber der Regierung, vor allem auf regionaler Ebene und steht zudem in regelmässigem Austausch mit dem israelischen Parlament.

 

Aktivitäten:

Pro Jahr bildet Sidreh etwa 30-35 Frauen aus. Sie werden in landwirtschaftlichem Anbau trainiert, um die Gärten bei ihren Häusern aufbauen und betreiben zu können. Die Schulung beinhaltet auch die effiziente Nutzung von Regenwasser und die Wiederverwendung von Abflusswasser, um die begrenzte Ressource bestmöglich zu nutzen. In einem zweiten Schritt werden die Frauen in Verkaufs- und Cash-Management geschult. Sie lernen wie sie die Produkte, welche sie nicht zur Selbstversorgung benötigen, auf lokalen Märkten anbieten können. Am Ende des Prozesses erfolgt eine Auswertung über die erzielten Erfolge der Massnahmen. Sidreh stärkt neben der ökonomischen Teilhabe der Frauen auch ihr Bewusstsein über ihre Rechte und fördert ihre Sensibilität für geschlechterspezifische Themen. Sidreh arbeitet mit lokalen NGOs, Landwirtschaftsexpert:innen, lokalen Medien und Behörden zusammen. Mit vereinter Lobbyarbeit soll dem in der israelischen Gesellschaft tief verankerten Stigma beduinischen Gemeinschaften gegenüber entgegengetreten werden.   

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Projektdetails
Projektverantwortung
Angela Elmiger
Projektnummer
605.344

Projektdauer

2020
2023
Gesamtbudget
CHF 156 326
Partnerorganisationen
Sidreh Association
Kontakt

+41 44 360 88 10
projektdienst@heks.ch

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