Kongo

Menschenrechte im Bergbau

Seit 2011 dokumentiert HEKS gemeinsam mit kongolesischen Nichtregierungsorganisationen die Situation rund um verschiedene Minen in der Provinz Katanga, in die der Schweizer Konzern Glencore investiert. Die langjährigen Recherchen zeigen, dass die lokalen Gemeinschaften nur wenig vom Bergbau profitieren und ihre Rechte oft nicht respektiert werden. Glencore ist der grösste Rohstoffkonzern der Welt, hat jährliche Umsatzzahlen in Milliardenhöhe und profitiert in der Schweiz von steuerlichen Begünstigungen. Gleichzeitig nimmt er bei seinem operativen Geschäft in der Demokratischen Republik Kongo immer wieder Menschenrechtsverletzungen und schwere Umweltschäden in Kauf. «Wir wollen sicherstellen, dass die Ausbeutung der Rohstoffe im Rahmen der Gesetze geschieht und die ganze Bevölkerung davon profitiert», bringt Emmanuel Umpula Nkumba von der Partnerorganisation Afrewatch das Ziel seiner Arbeit auf den Punkt. Die Untersuchungen zeigen, dass die lokalen Gemeinschaften nur wenig vom Bergbau profitieren und ihre Rechte oft nicht respektiert werden. Das Unternehmen hingegen profitiert von steuerlichen Begünstigungen und nimmt Menschenrechtsverletzungen und schwere Umweltschäden in Kauf.

Projekt:

HEKS unterstützt gemeinsam mit den kongolesischen Partnerorganisationen Afrewatch und Centre d’Aide Juridico-Judiciaire (CAJJ) die lokalen Gemeinschaften rund um die Minen in der Gegend von Kolwezi. In einem Informations- und Weiterbildungsprogramm können sich die betroffenen Gemeinschaften untereinander austauschen. Dabei werden Themen wie Bergbaurechte und -vorschriften und die Grundlagen der Menschenrechte behandelt. Gleichzeitig lernen sie Wege kennen, wie sie ihre Anliegen mit den Behörden und den Verantwortlichen der Minen diskutieren können. Auch Dokumentationstechniken werden erlernt, um Umweltverschmutzungen und Menschenrechtsverletzungen publik zu machen. Seit 2015 hat Afrewatch mit Gemeinschaften in der Region Kolwezi zusammengearbeitet, um lokale Komitees zu gründen. Deren Mitglieder werden von den lokalen Gemeinschaften gewählt und schreiben regelmässig Monitoringberichte, die als Basis für lokale Publikationen und den Dialog mit Behörden und Firmen gebraucht werden.
Schon jetzt gibt es zahlreiche Opfer von Minentätigkeiten, die ihre Rechte einfordern möchten. Wer sich keinen Anwalt leisten kann, erhält juristische Unterstützung von CAJJ. Das Zentrum hat beispielsweise erfolgreich Bauernfamilien verteidigt, welche durch die Umweltverschmutzung der Minen drei Jahresernten verloren haben. Nun haben sie eine Entschädigung erhalten.

Ziele:

Aktivitäten im Süden
Die Regierung und private Akteure, welche die natürlichen Ressourcen Afrikas ausbeuten, werden in die Verantwortung genommen.
Lokale Gemeinschaften lernen Recherchemethoden kennen und können so die Situation und deren Entwicklung zu Menschenrechten, Umwelt oder den Konsultationsverfahren dokumentieren.
Auf der Grundlage dieser Informationen und mit Unterstützung von Partnerorganisationen definieren sie gemeinsam Arbeitsstrategien.
Die Gemeinschaften können offene und regelmässige Dialoge mit den lokalen Autoritäten und den Unternehmen führen, mit dem Ziel, dass ihre Rechte respektiert werden.

Engagement im Norden
Seit 2011 sensibilisiert HEKS gemeinsam mit Fastenaktion die Bevölkerung für die Problematik beim Rohstoffabbau. HEKS trägt ihre detaillierten Recherchen an die Öffentlichkeit und baut so Druck auf Glencore und andere Firmen auf. In der Schweiz setzt sich HEKS für strengere Gesetze ein, damit sich Schweizer Konzerne auch im Ausland an Menschenrechte und Umweltstandards halten müssen.

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Project Details
Projektverantwortung
Nina Burri
Projektnummer
490.928

Project duration

2022
Gesamtbudget
CHF 60 000
Partnerorganisationen
Afrewatch, Centre d’Aide Juridico-Judiciaire (CAJJ)
Kontakt

+41(0) 31 380 65 62
projektdienst@heks.ch

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