Humanitäre Hilfe im Kongo
HEKS
Konflikt in der Demokratischen Republik Kongo

Nothilfe für Familien in schwer zugänglichen Gebieten

Nothilfe für Familien in schwer zugänglichen Gebieten

Die Menschen in der Region Rutshuru in der Provinz Nord-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo leiden stark unter ethnisch motivierten, bewaffneten Konflikten. Zudem ist das Gebiet sehr schlecht zugänglich, es kann also kaum Nothilfe geleistet werden. HEKS unterstützt die Menschen in einem ersten Schritt dabei, die Zugangsstrassen wiederherzurichten, damit Fahrzeuge passieren können und Nothilfe geleistet werden kann.

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Das Stammesgebiet von Bwito in der Provinz Nord-Kivu ist von komplexen ethnischen Konflikten geprägt. Es ist deshalb eine grosse Herausforderung, in diesen Gebieten humanitäre Hilfe zu leisten. Die vom Konflikt betroffene Bevölkerung ist zudem kaum zu erreichen, weil es praktisch keine befahrbaren Strassen gibt. Die Nothilfe für diese Menschen wird durch den Umstand erschwert, dass es den meisten in Goma ansässigen NGO entweder an der Bereitschaft oder am nötigen Knowhow fehlt, mit den VertreterInnen der verschiedenen bewaffneten Gruppen über den Zugang zum Stammesgebiet von Bwito zu verhandeln. Das IKRK hat HEKS deshalb darum gebeten, über die bestehenden Kontakte zu lokalen NGO den Zugang zu der Region Bwito zu erleichtern. Dazu müssen in einem ersten Schritt die Strassen instand gesetzt werden.

Der schlechte Zustand wichtiger Strassenverbindungen ist massgeblich dafür verantwortlich, dass die lokale Wirtschaft weitgehend zusammengebrochen ist und deshalb auch Absatzmöglichkeiten für lokal produzierte landwirtschaftliche Produkte fehlen. Dies wiederum hat zu einem massiven Anstieg der Kriminalität, zu Zwangsrekrutierungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie zu Zwangsarbeit und dem Einzug illegaler Steuern durch die zahlreichen bewaffneten Gruppen geführt.

Im Gebiet werden dringend Nahrungsmittel und Güter des täglichen Bedarfs benötigt. Die Menschen brauchen weiter medizinische Versorgung, Zugang zu Wasser, sanitäre Einrichtungen und Trinkwasser. Speziell brauchen die Kinder einen besonderen Schutz und Zugang zu Bildung. Damit die Versorgung der betroffenen Bevölkerung überhaupt gewährleistet werden kann, unterstützt HEKS in einer ersten Phase die Verbesserung der Zufahrtsstrassen ins Gebiet. 1920 Familien leisten dazu einen 20-tägigen Arbeitseinsatz und erhalten dafür je 20-US-Dollars («Cash for work»), um sich mit dem Notwendigsten versorgen zu können. Ziel ist es, die Strassenverbindungen von Bambu nach Katsiru und von Singa nach Kashalira wieder für den Verkehr freizugeben.

Zugang zu Dienstleistungen und Einkommen

Seit Anfangs Sommer 2020 kümmert sich HEKS darum, den Menschen in der Region Nord Kivu den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Bildung, Wasser, Hygiene und Sanitärversorgung sowie zu erleichtern. Vom Projekt profitieren rund 800'000 Menschen, die in den betroffenen Gebieten leben. Rund 48'000 Menschen erhalten finanzielle Unterstützung. Das sind insbesondere Haushalte mit einem weiblichen Oberhaupt, Familien, die Waisen aufnehmen, Haushalte, in denen Behinderte, ältere oder chronisch kranke Menschen leben sowie Familien mit geringem Einkommen.

Zudem unterstützt HEKS die Gemeinschaften mit dem Bau von Wasser-, Hygiene- und Abwasserinfrastrukturen. Diese Aktivitäten werden im Rahmen eines «Cash for work»-Programms durchgeführt, wodurch Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung geschaffen werden. Ziel ist die Schaffung von sicheren und zuverlässigen Lebensgrundlagen und damit die Stärkung der Widerstandskraft der Gemeinschaften. Verbesserte Produktionsbedingungen und Zugang zu Märkten führen zu einem wirtschaftlichen Aufschwung und schaffen damit die Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben. Vom Projekt profitieren rund 90'000 Menschen in den besonders betroffenen Gebieten Bwito und Bahali in Nord-Kivu. Im Zentrum stehen der Schutz und die Nothilfe für vertriebene Frauen und Kinder.

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