Heks im Libanon Nothilfe
Corina Flühmann
Libanon

Nothilfe für syrische Flüchtlinge und Gastfamilien

Nothilfe Libanon

Vom Krieg in Syrien betroffen sind auch über eine halbe Million palästinensische Flüchtlinge, die bislang in Flüchtlingslagern rund um Damaskus lebten. Mehr als 40'000 von ihnen sind bereits in den Libanon geflüchtet und lassen sich dort in den palästinensischen Flüchtlingslagern nieder, welche bereits vor der Ankunft der Flüchtlinge stark überfüllt waren. In den Flüchtlingslagern Shatila und Borj el Borajne in Beirut leben die Neuankömmlinge aus Syrien unter schwierigsten Bedingungen.

Situation in den Flüchtlingscamps

Shatila wurde 1949 als Flüchtlingslager für 3000 Palästinenser aufgebaut. Heute leben in dem Labyrinth enger Gassen rund 22‘000 Menschen – tausende palästinensische Flüchtlinge aus Syrien haben seit Ausbruch des Krieges hier Schutz gesucht. Doch für die Flüchtlinge aus Syrien gibt es kaum Wohnraum. Sie leben in Garagen ohne Fenster oder halb fertig gestellten, feuchten Gebäuden. Sie haben kaum fliessendes Wasser zur Verfügung und die sanitären Anlagen sind mangelhaft. Die Familien leben auf engstem Raum, ohne jegliche Privatsphäre. Die Kinder sind häufig krank und leiden an Atemwegerkrankungen. Zudem sind die Mieten sehr hoch, so dass den Familien kaum etwas übrigbleibt, um genügend Nahrungsmittel und Haushaltartikel für das tägliche Leben zu kaufen. Viele Flüchtlinge haben in Syrien und während der Flucht Traumatisches miterlebt und leiden unter Angstzuständen. Im benachbarten Camp Borj el Barajne leben sogar knapp 35  000 Menschen auf der gleichen Fläche wie in Shatila. Die Zustände in diesem Camp sind noch gravierender.
 
Die schwierigen Lebensbedingungen in den Camps und die Perspektivlosigkeit vertiefen die Traumata, welche die Menschen wegen des Krieges in Syrien erlitten haben, und führt in vielen Fällen auch zu häuslicher Gewalt. Besonders stark leiden Kinder und Jugendliche unter der Situation. Das UNO-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) geht davon aus, dass 82 Prozent der Kinder und Jugendlichen in den Camps häuslicher Gewalt ausgesetzt sind. Hinzu kommt, dass ungefähr 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen die Schule abbrechen. Diese Kinder sind besonders gefährdet und werden häufig psychisch, sexuell und wirtschaftlich ausgebeutet. Viele geraten dabei auch in Konflikt mit dem Gesetz und haben kein Anrecht auf Rechtsberatung oder Unterstützung von Fürsorgeeinrichtungen.

So hilft HEKS

2018 und 2019 unterstützte HEKS 168 besonders bedürftige Familien. Diese erhielten die Möglichkeit, mit Strassenreinigung und Müllabfuhr 50 US-Dollar pro Monat zu verdienen. Zudem wurden 84 Unterkünfte von sehr bedürftigen Flüchtlingsfamilien instandgesetzt, damit diese unter menschenwürdigen Bedingungen leben können. Dabei wurden unter Berücksichtigung ihrer Qualifikationen 336 Menschen aus der Flüchtlings- und Gastgemeinschaft ausgewählt und dafür entlöhnt. Mit diesem Ansatz legte HEKS ein besonderes Augenmerk darauf, den sozialen Zusammenhalt zwischen Flüchtlingen und Gastfamilien zu stärken.

Um die Situation der Kinder und Jugendlichen zu verbessern, hat sich «Najdeh», die lokale Partnerorganisation von HEKS, mit anderen lokalen Organisationen zusammengeschlossen, um Kinder und Jugendliche, die in Konflikt mit dem Gesetz stehen, mit Rechtsberatung, psychologischer Betreuung und Aufklärungsarbeit über Kinderrechte und Kinderschutz zu unterstützen. HEKS seinerseits unterstützt den lokalen Partner bei Aktivitäten im psychologischen Bereich und in der Aufklärungsarbeit.


HEKS ist weiterhin auf Spenden angewiesen, um die Lebensbedingungen der syrischen Flüchtlinge und der Gastbevölkerung im Libanon nachhaltig zu verbessern. Vielen Dank!

Spenden bitte per Onlineformular oder per Einzahlungsschein auf das PC-Konto 80-1115-1 mit dem Vermerk «Sammelprojekt 301070». Diese neu zur Verfügung gestellten Mittel werden auch für den immer grösseren Bedarf an Nothilfe in den bereits seit geraumer Zeit laufenden Projekten für Flüchtlinge in Syrien und im Irak eingesetzt. Diverse Banken haben aufgrund der Sanktionsmassnahmen gegen Syrien ihre Compliance-Vorschriften verschärft. Deshalb kommt es vor, dass Überweisungen mit Vermerk «Syrien» oder «syrische Flüchtlinge» nicht ausgeführt werden.

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Oktober 2019

Nothilfe Libanon Wohnsituation in Shatila, helfen Sie jetzt
Christian Bobst

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