HEKS - 75 Jahre im Kleinen Grosses bewirken

Im Jahr 2021 wird HEKS 75 Jahre alt. Das Jubiläumsjahr wollen wir nutzen, um gemeinsam zurückzuschauen auf die lange und bewegte Geschichte unseres Hilfswerkes – aber auch, um einen Blick in die Zukunft zu wagen, die wir gemeinsam mit «Brot für alle» begehen werden. Erfahren Sie hier mehr!

Ein Rückblick...

HEKS wurde am Ende des Zweiten Weltkrieges vom Evangelischen Kirchenbund ins Leben gerufen, um der notleidenden Bevölkerung im kriegsversehrten Europa beizustehen. Niemand dachte damals an ein bleibendes Werk. 75 Jahre sind seither vergangen – und HEKS ist immer noch da. Aus der zwischenkirchlichen Hilfs- und Wiederaufbauarbeit im bitterarmen Nachkriegseuropa ist im Laufe der Jahrzehnte ein weltweites Engagement für eine menschlichere und gerechtere Welt geworden. Nach 75 bewegenden Jahren wollen wir zurückblicken auf Meilensteine, Pionier-Projekte, mutige Positionsbezüge aber auch auf herausfordernde und schwierige Momente in der Geschichte unseres Hilfswerks.

HEKS-Geschichte 1944-1954
Otto Stork

... und ein Ausblick

2019 haben die Stiftungsräte von HEKS und «Brot für alle» die Fusion der beiden Hilfswerke beschlossen. Unser 75. Jahr ist somit gleichzeitig unser letztes Jahr als «HEKS», Anfang 2022 beginnt gemeinsam mit «Brot für alle» etwas Neues. Wie soll das fusionierte Werk aussehen, wo seine Prioritäten setzen? Wo soll der Weg hinführen? Sie sind herzlich eingeladen, mitzudiskutieren!
 

Zu unseren Angeboten

Jubiläum 75 Jahre HEKS - ein Ausblick
Christian Bobst

Momente aus 75 Jahren

Tauchen Sie ein in bewegende oder überraschende Momente und wichtige Wegzeichen der letzten 75 Jahre. Einen geschichtlichen Überblick finden Sie auch hier.

Jubiläum 75 Jahre HEKS - Materialspenden für Kriegsopfer
HEKS
1946
1900 Eisenbahnwagen voller Hilfe

In der Sammelstelle für Naturalien in Männedorf tragen Schweizer Gemeinden allein in den Jahren 1945/46 rund 4000 Tonnen Kleider, Schuhe, Haushaltsgegenstände, Decken, Seife, Konserven, Kartoffeln, alles Erdenkliche für ihre Nachbarn in Europa zusammen. In den ersten 10 Jahren organisiert HEKS den Transport und die Verteilung von 1900 Eisenbahnwagen Naturalspenden an die notleidende Bevölkerung in den kriegsversehrten Nachbarländern.

Jubiläum 75 Jahre HEKS - Ferien für Kinder aus Kriegsgebieten
HEKS
Ab 1946
Ferienaufenthalte für Kinder in der Schweiz

Ab 1946 ermöglicht HEKS Kindern aus Kriegsgebieten und Flüchtlingskindern dreimonatige Ferien-Aufenthalte bei Familien in der Schweiz, damit sie die schrecklichen Erlebnisse während des Krieges und die Not in ihren Heimatländern für eine Zeit lang vergessen können. Viele seien regelrecht «aufgefüttert» worden, erinnert sich eine frühere HEKS-Mitarbeiterin. In den ersten 10 Jahren sind so über 6000 Kinder und Jugendliche zur Erholung in die Schweiz gekommen.

75 Jahre HEKS - Casa Locarno
HEKS
Ab 1947
«Casa Locarno»

HEKS gründet im Tessin ein Haus der Erholung und der Begegnung für Menschen unterschiedlichster Nationen und Religionen. Heinrich Hellstern, der erste HEKS-Zentralsekretär, schrieb: «Erschöpfte, Belastete, Mutlose, Verzweifelte kamen und erlebten nach Jahren zum ersten Mal Entspannung, Frieden, Freundschaft und kehrten gestärkt in ihren Dienst zurück. […] Hier sahen sie endlich keine Ruinen mehr. Neue, friedliche Eindrücke halfen ihnen, auch seelisch zu gesunden.»

HEKS-Jubiläum - 75 Jahre im Kleinen Grosses bewirken
HEKS
Ab 1951
Ein Altersheim für Flüchtlinge am Walensee

1949 übernimmt HEKS die Betreuung evangelischer Flüchtlinge in der Schweiz. Zwei Jahre später gründet HEKS in Weesen das Haus Pelikan, ein Altersheim für evangelische und orthodoxe Flüchtlinge. Viele von ihnen stammten aus Osteuropa, insbesondere aus Russland, und waren nach dem Zweiten Weltkrieg unter den neuen kommunistischen Regimes in Bedrängnis geraten. Über 40 Jahre betreibt HEKS den «Pelikan» und gibt älteren Flüchtlingen damit eine letzte Heimat in der Schweiz.

Jubiläum 75 Jahre HEKS - Geissen für Griechenland
HEKS
1955
Geissen für Griechenland

Hilfe Schenken in seiner Ur-Form: Im Jahr 1955 schickt HEKS aus Sammlungsmitteln der Schweizer Europahilfe 50 Schweizer Ziegen nach Griechenland. Dort werden sie an Waisenheime und an arme Bauernfamilien gespendet.

Jubiläum 75 Jahre HEKS - Werkzeugmacher für Indien
HEKS
1958
Werkzeugmacher für Indien

Mit Kollekten der Landeskirchen startet HEKS sein erstes Projekt im Süden: eine Lehrwerkstätte für Werkzeugmacher in Südindien. Der Start ist harzig. Die kirchlichen Stellen in Südindien brauchen lange, bis sie akzeptieren können, dass auch nicht-christliche Lehrlinge aufgenommen werden solllen – für HEKS von Anfang an ein unabdingbarer Grundsatz. 1982 ist die «Nettur Technical Training Foundation» finanziell unabhängig und kann einer kompetenten indischen Leitung übergeben werden.

75 Jahre HEKS - Schulen für den Kongo
HEKS
Ab 1960
Schulen für den Kongo

HEKS-Zentralsekretär Hellstern reist 1960 mit dem Plan «Lehrwerkstätten» in den Kongo, lässt ihn dort aber fallen: Kurz nach der Unabhängigkeit kommen in Kongo auf 15 Millionen Menschen rund 13 kongolesische Vollakademiker. HEKS konzentriert sich daher auf den Bildungsbereich. Gefragt ist eine gute protestantische Mittelschule. Schulen werden aufgebaut und Schweizer Lehrer entsandt, um zu unterrichten, aber auch um kongolesische LehrerInnen auszubilden.

75 Jahre HEKS - Brot für Brüder erste Kampagne
HEKS
1961
Brot für Brüder

An den Ufern des Kongoflusses im Herzen Afrikas, so wird erzählt, hatten HEKS-Zentralsekretär Heinrich Hellstern und Hermann Witschi von der Basler Mission die Idee, einen grossen Wurf zu wagen: Eine nationale Kampagne mit dem Aufruf «Brot für Brüder». Im September 1961 erfolgen die ersten kantonalen Eröffnungsanlässe. Die Sammlung dauert drei Jahre und erbringt 16 Millionen Franken für Entwicklungshilfe-Projekte von HEKS und der evangelischen Mission.

Jubiläum 75 Jahre HEKS - Black lives matter - Hilfe in Mississippi
HEKS
1968
Black lives matter

«Eine Mitarbeiterin des ‹Delta Ministry› hat diese schwarze Frau für die Ausübung der Bürgerrechte vorbereitet und ermutigt. Jetzt trägt sie sich ins Wahlregister ein.», so die Bildlegende im HEKS-Jahresbericht zu diesem Bild. 1968 unterstützt HEKS das ‹Delta Ministry› Projekt in Mississippi und setzt damit, im Jahr der Ermordung Martin Luther Kings, ein Zeichen gegen Rassismus und für die Gleichberechtigung der Schwarzen in den USA.

75 Jahre HEKS - Engagement gegen die Apartheid
HEKS
1970er-Jahre
Gegen Rassismus und Apartheid

HEKS stellt sich dezidiert auf die Seite der unterdrückten Bevölkerungsgruppen in Angola, Simbabwe oder Südafrika und unterstützt ihr Streben nach Gleichberechtigung. HEKS beteiligt sich am Anti-Rassismus-Programm des Ökumenischen Rates der Kirchen und erntet dafür viel Kritik. 1986 kündigt HEKS einseitig seine Beziehungen zur Schweizerischen Bankgesellschaft, weil diese das UNO-Embargo unterläuft. Die Position von HEKS führt zu empörten Reaktionen in der Schweizer Öffentlichkeit.

Jubiläum 75 Jahre HEKS - «Boat People» in der Schweiz
Jörg Müller
1979/80
«Boat People» in der Schweiz

Zwischen 1979 und 1980 kommen rund 7000 Indochina-Flüchtlinge aus Vietnam und Kambodscha in die Schweiz. Ihre Betreuung und Integration in der Schweiz ist eine grosse Verantwortung für die Hilfswerke, auch für HEKS. Der Auftrag der «menschlichen Aufnahme» kann nur dank aktiver Mithilfe der Bevölkerung erfüllt werden: Es bilden sich über 700 Betreuungsgruppen bestehend aus hilfsbereiten Menschen, die die Flüchtlinge im Alltag begleiten und unterstützen.

Jubiläum 75 Jahre HEKS - Aufgaben im Flüchtlingsdienst
Jörg Müller
1980er-Jahre
Wachsende Aufgaben im Flüchtlingsdienst

Anhaltende Flüchtlings­zuwanderungen lassen den Flüchtlingsdienst von HEKS zur grössten Abteilung anwachsen. Anfang der 1980er Jahre entstehen die HEKS-Regionalstellen. Um Flüchtlingen und Asylsuchenden zur Seite zu stehen, wird 1984 die erste Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende eröffnet. 1985 lanciert die Regionalstelle Basel ein Pionierprojekt: Die «HEKS-Wohnhilfe für Asylsuchende» ermöglicht die dezentrale Unterbringung von Asylsuchenden und deren Wohnbegleitung.

Jubiläum 75 Jahre HEKS - Auf der Seite der Flüchtlinge
HEKS
1985
Auf der Seite der Flüchtlinge

Die Behörden haben einen Pendenzenberg von 32'000 hängigen Asylgesuchen und vollziehen Ausschaffungen auch in Härtefällen. HEKS setzt sich mit Referenden und Mahnwachen gegen die Verschärfung der Asyldebatte, gegen die zunehmend restriktive Anwendung des Asylgesetzes und für eine menschliche Asylpolitik ein. Im Frühling 1985 erscheint das Memorandum der drei Landeskirchen «Auf der Seite der Flüchtlinge», mitverfasst vom HEKS-Flüchtlingsdienst.

75 Jahre HEKS - ländliche Entwicklung in Rumänien
HEKS
Ab 1989
Ländliche Entwicklung in Rumänien

Nach Ende des kommunistischen Regimes in Rumänien leitet HEKS 1989 den ersten Hilfstransport der grossen Schweizer Hilfswerke. Bald darauf beginnt HEKS mit einem ländlichen Entwicklungsprogramm. Rumänische Jungbauern absolvieren Praktika in Graubünden und der Aufbau genossenschaftlicher Betriebe, wie Käsereien oder Schreinereien, wird unterstützt. Die damals von HEKS aufgebaute Stiftung LAM zur Förderung von Landwirtschaft und Kleinunternehmen existiert bis heute.

HEKS-Geschichte - Kriege auf dem Balkan
HEKS
1990er-Jahre
Krieg auf dem Balkan

HEKS nimmt beim Wiederaufbau nach den Balkankriegen eine Brückenfunktion wahr und leistet Nothilfe auf allen Seiten. Für Millionen Franken kann HEKS Notgüter nach Bosnien, in Teile von Serbien und Kroatien und später in den Kosovo liefern. Zehntausende Flüchtlinge kommen in die Schweiz – viele werden vom HEKS unterstützt mit Projekten zur Begleitung und Beratung in der Schweiz, sowie zur Vorbereitung ihrer Rückkehr.

Jubiläum 75 Jahre HEKS - Projekte für soziale Integration
Annette Boutellier
1991
Erweitertes Inlandmandat

Der Kirchenbund erweitert 1991 das HEKS-Inlandmandat mit dem Auftrag «Engagement für sozial Benachteiligte». Das Knowhow, das HEKS in der Betreuung fremdkultureller Menschen erlangt hatte, konnte auf Projekte für sozial benachteiligten SchweizerInnen übertragen werden. 1993 gründet HEKS das Wohnprojekt Birseck für suchtkranke Menschen, später kommen insbesondere Projekte zur Unterstützung Erwerbsloser hinzu.

Jubiläum 75 Jahre HEKS - Landkampf in Lateinamerika
Marius Born
1995
Agrarreform in Lateinamerika

«HEKS ist überzeugt, dass ohne soziale Agrarreform keine Entwicklung in Frieden möglich sein wird. Die Landfrage steht deshalb im Zentrum aller Programme in Lateinamerika», ist im Jahresbericht 1995 zu lesen. In Brasilien beginnt HEKS unter andrem die Landlosenbewegung MST zu unterstützen. 1997 organisiert HEKS in der Schweiz die Wanderausstellung TERRA mit Bildern des berühmten brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado.

Jubiläum 75 Jahre HEKS - Gärten für Flüchtlinge
Ruedi Lüscher
2005
Gärten für Flüchtlinge

Die HEKS-Regionalstelle in Basel pachtet zum ersten Mal Familiengärten für Flüchtlingsfrauen und -familien. Die «neuen Gärten» sind Orte, wo Flüchtlinge und MigrantInnen, die meist viel in ihrer Heimat zurückgelassen haben, wieder Boden unter die Füsse bekommen, Wurzeln schlagen und neue Kontakte knüpfen können. Heute unterhalten die HEKS-Regionalstellen 30 Gartenstandorte in der ganzen Schweiz.

Nothilfe für Flüchtlinge
András D. Hajdú
2015
Flüchtlingsströme in Europa

2015 sind über 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Viele suchen den Weg nach Europa. Anfang 2016 schliessen viele Länder entlang der Balkanroute ihre Grenzen. HEKS ist in Serbien präsent und unterstützt die Bereitstellung diverser Unterkünfte für Flüchtlinge und deren Unterhalt. Zudem unterstützte HEKS das Projekt der «humanitären Korridore» in Italien, dank dem besonders verletzliche syrische Kriegsflüchtlinge sicher auf dem Luftweg nach Italien gebracht werden.

Farbe bekennen für eine menschliche Schweiz - HEKS-Geschichte
HEKS
2016
Farbe bekennen

HEKS lanciert die Kampagne «Farbe bekennen»: Eine breite Koalition von Hilfswerken, sozialen Institutionen und Privatpersonen fordert die Politik und die Öffentlichkeit auf zu mehr Solidarität, zu einer konstruktiven Diskussion rund um Flüchtlinge und zu einer menschlichen Asylpolitik. Zum Kampagnenstart wird ein Turm des Zürcher Grossmünsters mit einem «Farbe bekennen»-Armband «eingekleidet».

Nothilfe für Betroffene der Coronakrise - weltweit und in der Schweiz
Faysal Ahmad
2020
Corona-Virus

Im Frühling 2020 hebt das neue COVID19-Virus die Welt aus den Fugen. HEKS lanciert innert kurzer Zeit ein gross angelegtes Nothilfe-Programm in der Schweiz und in seinen Projektländern, um jenen Menschen beizustehen, die von der Krise besonders hart getroffen wurden.

  

Anlässe und Angebote

Ein Film wie auch eine Foto-Ausstellung zum 75-Jahr-Jubiläum bieten ein attraktives Rahmenprogramm, um im Jubiläumsjahr an verschiedenen Veranstaltungen mit HEKS-Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen. Zudem präsentieren wir wöchentlich eine kleine Perle aus unserem Foto-Archiv.

 
 

Organisieren Sie mit!

Tragen Sie das HEKS-Jubiläum in Ihre Kirchgemeinde, in Ihre Organisation oder Stiftung. Wir unterstützen Sie gerne dabei mit verschiedenen Angeboten.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Schreiben Sie oder rufen Sie an, wir beraten und unterstützen Sie gerne bei Ihrer Veranstaltung.

Melden Sie sich bei Nathalie Sommer und Solange Ullrich:
E-Mail: projektdienst@heks.ch
Telefon: 044 360 88 10

Grussbotschaften aus aller Welt

Menschen aus HEKS-Projekten in der Schweiz und im Ausland, Unterstützende und VertreterInnen von Partnerorganisationen gratulieren zum 75. Geburtstag, beschreiben, was HEKS für sie bedeutet und was sie dem Werk für die Zukunft wünschen.