Ländliche Entwicklung und  Aufbau einer starken Zivilgesellschaft (Bild Nr. 381200) HERO
Christian Bobst
Brasilien

Ländliche Entwicklung und Stärkung der Zivilgesellschaft

Landesprogramm Brasilien

Geographisch konzentriert sich das HEKS-Landesprogramm auf die Savannenregion Cerrado in Zentralbrasilien und auf Mato Grosso do Sul. HEKS hilft dort ländlichen Gemeinschaften unter anderem bei der Verbesserung der Ernährungssicherheit und des Einkommens sowie beim Aufbau einer starken Zivilgesellschaft, unter besonderer Berücksichtigung von Jugendlichen und Frauen.

Übersicht

Brasilien ist ein Land kontinentalen Ausmasses mit dem einzigartigen Ökosystem der Busch- und Baumsavannen des Cerrado. Obwohl Brasilien als eines der artenreichsten Länder der Welt gilt, ist die vielfältige Biodiversität und kulturelle Vielfalt des Landes durch die Ausbreitung grossflächiger Soja-, Zuckerrohr- und Eukalyptusplantagen sowie durch extensive Rinderzucht immer stärker bedroht. Hüter dieser Biodiversi­tät sind die Kleinbauernfamilien sowie die indigenen und traditionellen Gemeinschaften. Diese sehen sich aber zunehmend ausserstande, ihre traditionelle Landwirtschaft zu betreiben. Denn ihnen wird der Zugang zu ihrem Land nicht mehr oder nur noch beschränkt gewährt. Der Zugang zu diesen Gebieten ist für die Anbau- und Sammelwirtschaft aber Voraussetzung. Auch der Zugang zu Wasser wird immer häufiger eingeschränkt.
MenschenrechtsverteidigerInnen und die Zivilgesellschaft dokumentieren die besorgniserregende Zunahme der Verletzungen der territorialen Rechte von indigenen und traditionellen Gemeinschaften sowie eine vermehrte Kriminalisierung von MenschenrechtsverteidigerInnen und sozialen Bewegungen. Seit dem Regierungswechsel werden die Handlungsspielräume der brasilianischen Zivilgesellschaft sehr stark begrenzt. Letztere wehrt sich aber mit vereinten Kräften gegen solche Einschränkungen und nimmt den Staat in die Pflicht. Diesen politischen Umbruch, eingeleitet durch die Regierung von Temer, bedroht die Errungenschaften der HEKS-Partnerorganisationen der letzten Jahre. Die schwierige politische Situation und eine schwere Rezession stellen für HEKS und seine Partnerorganisationen in Brasilien eine grosse Herausforderung dar.

Ziele und Schwerpunkte

Thematische ­Schwerpunkte sind der Zugang zu Land und Territorien, die Unterstützung ländlicher Gemeinschaften und der Aufbau einer starken Zivilgesellschaft.
Übergreifende Ziele des Programms sind die Verteidigung der Landrechte der Kleinbauernfamilien und der traditionellen Gemeinschaften, die Verbesserung der Ernährungssituation und des Einkommens von ländlichen Gemeinschaften, der Schutz der sozio-biologischen Vielfalt, der Zugang zu und die freie Nutzung der ­natürlichen Ressourcen sowie die Stärkung von ländlichen Organisationen. Besonderes Augenmerk wird dabei der Situation von Jugendlichen und Frauen geschenkt.

HEKS in Brasilien
Christian Bobst

Aktivitäten

Das Landesprogramm umfasst folgende Aktivitäten:
Zugang zu Land und Erhaltung der bisher zugewiesenen Territorien: Durch die Stärkung von Netzwerken, welche die Rechte der traditionellen ­Gemeinschaften und Kleinbauernfamilien verteidigen und sie befähigen, ihre Rechte einzufordern, wird die Regierung aufgefordert ihre Pflichten wahrzunehmen. Ferner werden ­breite Bevölkerungsteile zur Unterstützung der HEKS-Zielgruppen mobilisiert. Präzedenzfälle werden dokumentiert und juristisch bearbeitet und dienen als zusätzliche Instrumente, um die Advocacy Arbeit auf nationaler und internationaler Ebene zu stärken.
Zugang zu natürlichen Ressourcen: Unterstützung des gewaltlosen Kampfs für den Zugang zu Wasser als Gemeingut und Sicherstellung der nachhaltigen ­Nutzung.
Ökologische Landwirtschaft: Ausbildung von KleinbäuerInnen in nachhaltiger Landwirtschaft (Boden- und Wasserschutzmassnahmen, Produktion von traditionellem Saatgut, Anbau von biologischem Gemüse und Getreide). Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Forschungsinstituten und Universitäten.
Zugang und freie Nutzung von Biodiversität und agroökologischer Produktion: Schutz der sozio-biologischen Vielfalt und Advocacy für die freie Nutzung der biologischen Vielfalt durch die Begünstigten.
Förderung von Wertschöpfungsketten und Diversifizierung von Vermarktungskanälen: Produktion, Verarbeitung und Vermarktung von Nahrungsmitteln (etwa einheimische Früchte, Medizinalpflanzen, Honig), Aufbau von Produktions- und Vermarktungseinheiten und Strukturen des fairen Handels.
Aufbau Zivilgesellschaft: Ausbildung junger Frauen und Männer zu sozialen ­Leader­Innen, institutionelle Beratung und Stärkung sozialer Organisationen, regionale, nationale und internationale Vernetzung.
Lobbyarbeit und Advocacy: Einforderung von wirtschaftlichen, sozialen, kulturel­len und zivilen Rechten. Politische Einflussnahme mit dem Ziel einer strukturellen Veränderung der Besitz- und Machtverhältnisse.

 

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