Kirchliche Zusammenarbeit
Walter Imhof
Schwerpunkt

Dialog und Diakonie

Kirchliche Zusammenarbeit

Die Kirchliche Zusammenarbeit (KiZA) ist neben der Entwicklungszusammenarbeit und der Humanitären Hilfe das dritte Standbein der Auslandarbeit von HEKS. HEKS unterstützt, berät, fördert und begleitet die reformierten Kirchen in Osteuropa, in Italien und im Nahen Osten bei der diakonischen Arbeit und beim Aufbau eines lebendigen kirchlichen Gemeinwesens.

Stärkung und Integration von sozial benachteiligten Menschen

In vielen Ländern Osteuropas wie etwa in Ungarn, Tschechien, Rumänien oder auch in der Ukraine übernimmt die Reformierten Kirche soziale und gesellschaftliche Verantwortung und kümmert sich insbesondere um sozial benachteiligte und von den staatlichen Sozialdiensten vernachlässigte Menschen. In Tschechien berät die evangelische Kirche mit Unterstützung von HEKS Gastarbeiter bei der Wahrnehmung ihrer Rechte. In Rumänien, Ungarn und der Slowakei unterstützt HEKS Projekte von Kirchgemeinden zur Integration der marginalisierten und diskriminierten Roma. Und in Rumänien fördert HEKS den Aufbau von Spitex-Diensten und unterstützt Opfer häuslicher Gewalt wie auch Menschen mit einer Behinderung. Durch ihre soziale Arbeit erfahren reformierte Kirchen und ihre Institutionen in den jeweiligen Ländern zunehmend gesellschaftliche Anerkennung.

Die protestantischen Partnerkirchen in Syrien und im Libanon sind zwar kleine Minderheitskirchen, doch sie spielen in ihren Gesellschaften eine überdurchschnittlich grosse Rolle. So führen die Partnerkirchen in Syrien zehn Schulen, die von Kindern aus verschiedenen christlichen und muslimischen Gemeinschaften besucht werden. Mit einem Stipendienprogramm für Schüler aus wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen hilft HEKS, dass diese Schulen weiterhin Orte sind, wo Kinder mit ganz unterschiedlichem Hintergrund zusammen lernen und leben. Im Libanon erhalten Flüchtlingskinder und solche mit Lernschwierigkeiten Nachhilfeunterricht, damit sie dem Schulunterricht besser folgen können.

Kirchliche Zusammenarbeit - Stärkung und Integration von sozial benachteiligten Menschen
Andreas Schwaiger

Lebendiges kirchliches Leben

Im konfliktreichen Kontext des Nahen Ostens spielen Religionsgemeinschaften eine wichtige Rolle. Oft sind sie jene Institutionen, in die die Menschen am meisten vertrauen. So organisieren protestantische Kirchgemeinden wöchentliche Programme für 1500 Kinder, die aus verschiedenen Kirchen kommen. Die Programme stärken die Relevanz und das Leben der lokalen Kirchgemeinden.
In Osteuropa stehen die Partnerkirchen von HEKS in Osteuropa angesichts der zunehmenden Säkularisierung der Gesellschaft vor grossen gesellschaftlichen Herausforderungen. Sie sehen sich wie die Reformierte Kirche in der Schweiz mit einem zunehmenden Mitgliederschwund konfrontiert und leiden zudem unter schlechten Infrastrukturen wie etwa dringend sanierungsbedürftigen Kirchen und Gemeindehäusern, die für den Fortbestand eines lebendigen kirchlichen Gemeinwesens unabdingbar sind. HEKS fördert deshalb verschiedene kirchliche soziale Aktivitäten, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Zudem sichert HEKS mit finanzieller und logistischer Hilfe bei der Renovation sanierungsbedürftiger Kirchengebäude den Fortbestand aktiver Kirchgemeinden.

Ökumenischer Dialog

Neben der Stärkung des Gemeindelebens und des innerkirchlichen Zusammenhalts liegt ein weiteres Augenmerk der kirchlichen Zusammenarbeit auf der Förderung eines offenen und vorurteilsfreien Dialoges der Partnerkirchen mit anderen kirchlichen Gemeinschaften in ihrem jeweiligen Land. Im Nahen Osten kann dieser Austausch einen wichtigen Einfluss auf den Friedensprozess haben. In Osteuropa hilft er, dass sich verschiedene Bevölkerungsgruppen besser verstehen. Mittels Austauschprogrammen und Veranstaltungen fördert HEKS auch die Solidarität und den Dialog zwischen reformierten Kirchgemeinden in der Schweiz und den Partnerkirchen im Ausland.
Kirchliche Zusammenarbeit - Ökumenischer Dialog
Walter Imhof

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